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Palästina · 1935-11-01 · Heft 11 (November 1935) · p. Seite 568

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 11 (November 1935)
Article
Die jüdische Tätigkeit in Palästina und ihr Einfluss auf das arabische Wirtschaftsleben
Date
1935-11-01
Page
Seite 568 (sequence 4)
Language
German
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dem ist die Säuglingssterblichkeit bei der arabischen Bevölkerung in den letzten Jahren in stetigem und erkennbarem Maße zurückgegangen. Der Bericht für 1933 muß dieses Faktum wohl oder übel registrieren, wenn er trotzdem auch nicht Bemerkungen darüber unterdrückt, daß die arabische landwirtschaftliche Bevölkerung nach wie vor in kümmerlichster Weise ihr Leben fristet und an der Grenze des Hungers sei. Ebenso taucht wieder die Bemerkung über die sinkende Bodenfläche pro Kopf auf, die von völliger Unkenntnis der wirklichen Zusammenhänge dieses Problems, das für absehbare Zeit ein Problem der Nutzungsmethoden des Bodens ist und nicht ein statistisches Rechenexempel darstellt. Wollte man sich, wie es in den Berichten in völlig unzulänglicher und unlogischer Weise versucht wird, mit einer isolierten und generellen Betrachtung des Wohlstandsproblems der arabischen Bevölkerung begnügen, so wären die Folgerungen, zu denen die Verfasser der Berichte auf Grund ihrer eigenen früheren Äußerungen kommen müßten, den von ihnen vertretenen Tendenzen geradezu entgegengesetzt. Diese Erkenntnisse müßten nämlich lauten: Trotz steigender Bevölkerungszahl, trotz steigender Einwanderung, trotz des Fehlens jeder Fürsorge für angebliche Arbeitslose hat sich bei nur sehr geringer Erweiterung der öffentlichen Gesundheitsfürsorge in den letzten Jahren die Säuglingssterblichkeit nicht erhöht, ist keine Anhäufung von Arbeitslosen in den Städten und als Folge davon die Gefahr sozialer Unruhen aufgetreten, läßt keine Auswanderung auf einen unhaltbaren Bevölkerungsdruck schließen. Da somit die üblichen Symptome der Verelendung fehlen, kann nicht nur nicht von einer fortschreitenden Verarmung die Rede sein, sondern könnte im Gegenteil, auch ohne nähere Analyse, sogar die These von einer deutlichen Wohlstandssteigerung vertreten werden. Diese These erfährt um so mehr eine Erhärtung, als sich, abgesehen von dem Fehlen jener negativen Kriterien tatsächlich mehrere eindeutige Indizes für eine wirklich durchgreifende Verbesserung der sozialen Lebensbedingungen auch der arabischen Bevölkerung aufstellen lassen. Leider gibt der gegenwärtige Stand der palästinensischen Statistik noch keine Möglichkeit einer vollständigen und erschöpfenden Erfassung dieser Probleme. Doch bieten die vorhandenen Daten hinreichend Unterlagen, um wenigstens einige entscheidende Schlußfolgerungen ziehen zu können. Die sichersten Indizes zur Beurteilung der sozialen Lage der Bevölkerung bieten die Ziffern über die Wanderung und über den Geburtenzuwachs, unter besonderer Würdigung der Säuglingssterblichkeit. Die Geburtenziffern allein würden noch nicht genügen, um zu gültigen Urteilen über die Beteiligung der einzelnen Bevölkerungsgruppen an der Entwicklung des Landes zu gelangen, da auf sie ebenso ökonomische als außerökonomische Faktoren, wie Sitte, religiöse Anschauungen, zivilisatorische Einflüsse und dergleichen mehr einwirken. Aufschlußreicher sind schon die Ziffern über den natürlichen Zuwachs und die Sterblichkeitsziffern und unter diesen vor allem die Ziffern der Säuglingssterblichkeit. Während die allgemeine Sterblichkeitsrate nur bedingten Aufschluß über die Entwicklung des Gesundheitszustandes gibt, da sich in ihr die Existenz- und Lebensbedingungen vergangener Jahre und in gewissem Umfang auch vergangener Jahrzehnte auswirken, läßt die Sterblichkeitsziffer des Säuglingsalters einen unmittelbaren Schluß auf den Auf- oder Abstieg der Existenzbedingungen zu. Sowohl die nur bedingt schlüssige Reihe der Sterblichkeitsziffern als auch die unmittelbar über den wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg Aufschluß gebenden Zahlen beweisen, daß alle Gruppen der palästinensischen Bevölkerung an diesem Fortschritt teilgenommen haben. Die Sterblichkeitsziffer ist unter gewissen Schwankungen im Laufe der letzten fünf Jahre bei den Christen von 17.30 auf 13.95, bei den Mohammedanern von 27.82 auf 24.07, bei den Juden von 11.6 auf 9.26 pro 1000 gesunken. Die Häufigkeitsziffer der Kindersterblichkeit ist in demselben Zeitraum bei den Christen von 155.79 auf 128,38,

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