Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1935)
- Article
- Das Wirtschaftsbarometer: August/September 1935
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 540 (sequence 4)
- Language
- German
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der Tendenz 3.600 (vor einem Monat noch 2.600) £P verlangt. Das arabische Inlandei muß, da angesichts des kommenden starken Bedarfes für die jüdischen Feiertage lebhaft ä la hausse spekuliert wird, mit 280 Müs pro 100 Stück bezahlt werden. Das prima Trinkei von jüdischer Hühnerfarmprovenienz ist augenblicklich nur sehr knapp angeboten und erzielt bis zu 700 Müs pro 100 Stück. Butter, Margarine, Käse. Zur Befestigung des Weltmarktes der Butter, unter dem Eindruck von Meldungen über ein geplantes dänisch-australisch-neuseeländisches Preiskartell, kommt die in Palästina herrschende politische Nervosität hinzu. Wie verlautet, suchen verschiedentlich Importeure die Ware auf ihren Lagern zurückzuhalten, in Erwartung weiterer Verknappung und Preissteigerung. Augenblicklich notieren loko pro 50 kg australische Butter etwa 5,500 £P und lettländische und litauische Butter 5,200 £P, was eine Verteuerung um etwa 200 bis 400 Mils innerhalb der beiden letzten Monate bedeutet. Argentinische, österreichische, dänische, holländische und russische Butter fehlt gegenwärtig auf dem Markte. Den von der Regierung kürzlich dekretierten Verpackungszwang benutzen einzelne Importeure, um den Detaillisten den Verkauf von Päckchenware aufzunötigen, die beim gleichen Preise wie für eine halbe Okia (120g) nur 100 g wiegt, was zu lebhaften Protesten der Hausfrauen geführt hat. In Margarine hat neuerlich wiederum eine starke holländische Propaganda eingesetzt. In K ä s e haben die Auslandsorten letzthin im Preis etwas angezogen, während der inländische Weichkäse keine Veränderung zeigt. Konserven. Die politische Ungewißheit hat zur Folge, daß die Bestellungen für den Winterbedarf in Fleisch-, Fisch-, Obst- und Gemüsekonserven ziemlich zögernd hinausgehen. Bei den Fischkonserven kommt speziell für die Marinaden noch der Umstand hinzu, daß aus dem nördlichen Atlantik ungewöhnlich große Heringfänge gemeldet werden, die einen weiteren starken Preisrückgang erwarten lassen. Gleichmäßig flott geht kondensierte Milch. Leder. Obwohl das Wintergeschäft vor der Tür steht, halten unter dem Druck der politischen Sorgen und der Kreditrestiktionen die Schuhindustrie und das Schuhmacherhandwerk mit ihren Ledereinkäufen stark zurück. Pro Quadratfuß (930 cm2) erzielt Boxcalf gegenwärtig 55 Mils; dementsprechend notieren die übrigen Oberledersorten. Hauptsächlich wird ungarische, tschechoslowakische und amerikanische Ware umgesetzt. In Sohlenleder, das auch zu sehr wesentlichem Teil aus Inlandproduktion stammt, wird heute die Okka (1,442 kg) mit 200 bis 220 Mils notiert. Textilwaren. Die Einkäufe der Konsumenten, die sonst um diese Jahreszeit angesichts der jüdischen Feiertage sich recht lebhaft zu gestalten pflegen, stehen diesmal im Zeiten ausgesprochener Zurückhaltung. Man besorgt sich nur das Nötigste und will »das Geld für jede Eventualität aufheben«. Die Dispositionen des Einzel-, Groß- und Importhandels sind daher auf der ganzen Linie vorsichtig eingeschränkt worden. Da die Kundschaft, soweit sie kauft, im Augenblick naturgemäß ihren Bedarf mit möglichst wenig Geldaufwand eindecken will, drängen sich die japanischen Waren wieder einmal ganz besonders in den Vordergrund. Holz. Der Markt ist — mit Ausnahme des Bedarfes für Baracken- (»Zerifim«-) Bauzwecke — stiller als zum gleichen Vorjahrzeitpunkt. Loko pro Kubikmeter, bei reichlich gedecktem Bedarf durch umfangreiche lokale Lagerbestände, notieren weiße Fichten- und Tannenbretter 2,700 bis 2,750 £P, weiße Kiefernbretter 5,300 £P, weiße Kiefernpfosten 4,750 £P, Buchenpfosten und Buchenbretter 5,500 £P, Sperrholz 13 £P. Das Geschäft in Baumstützen ist saisongemäß beendet. Zement und Baukeramik. Der Umfang der Bautätigkeit, speziell in Tel Aviv und Umgebung, ist gegenwärtig etwa 35% geringer als im Vorjahr. Mit Neu-