Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1935)
- Article
- Das Wirtschaftsbarometer: August/September 1935
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 539 (sequence 3)
- Language
- German
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Lines versenden, eine andere mit norwegischen und schwedischen Schiffen. Die arabischen Exporteure werden wiederum in der Hauptsache mit norwegischen Reedereien zusammenarbeiten. Die unsichere Marktlage, die zudem auch von den weltpolitischen Schwierigkeiten überschattet wird, bewirkt, daß der Vorverkauf der Ernte ab Baum im Gegensatz zum Vorjahr, wo um diese Zeit schon 2 Millionen Kisten von den Pflanzern an die Exporteure fest abgesetzt waren, nur höchst schleppend vor sich geht, bei einem Preis von etwa 200 bis 220 (im Vorjahr über 250) Mils pro Kiste. Getreide, Futtermittel und Mehl. Angesichts der diesjährigen Rekordernte Palästinas hat die Regierung das Einfuhrverbot für W e i z e n weiterhin bis Ende 1935 verlängert. Nur für weichen Weizen, der zur Mazzothfabrikation gebraucht wird, ist für das vierte Quartal 1935 ein Importkontingent von 1500 Tonnen freigegeben worden. Bei stillem Geschäft, das nur auf Deckung des notwendigen Bedarfes hinzielt, wird für inländischen Weizen kaum £P 1.700 bis 2.— (im Juli bis zu 2.300) pro südpalästinensischen Kantar (288.45 kg) bewilligt. Italienische Weizenkäufe, wie sie aus anderen Ländern berichtet wurden, sind hier noch nicht bemerkt worden. Roggen ist vorläufig umsatzlos; man erwartet, daß das Einfuhrkontingent für das vierte Quartal wiederum 2500 Tonnen betragen wird. Gerste tendiert weiterhin sehr schwach, bei reichlichsten Beständen. In D u r r a h kündigt sich eine ungewöhnlich große Ernte an, zumal in Nordpalästina. Das Geschäft in Mehl bewegt sich in sehr engen Grenzen. Die Regierung hat auch für das vierte Quartal ein Einfuhrkontingent von 5000 Tonnen für Weizenmehl und von 500 Tonnen für Roggenmehl festgesetzt. Gegenwärtig erzielen pro Tonne loko amerikanisches Weizenmehl 16J/£, australisches Weizenmehl 13J/2, Roggenmehl 15 bis 15H £P- Kolonialwaren. Vom 6. September an ist eine Ermäßigung des Z.u c k e rzolles von 10 auf 5 Mils pro Kilogramm in Kraft getreten. Da sie von der Regierung rechtzeitig avisiert wurde, konnten die Importeure ihre noch zum alten Zoll hereingebrachten Vorräte ohne Verlust absetzen. Augenblicklich ist der Zuckermarkt recht still, wie stets zu Sommerende, wenn die Hauptarbeitsperiode der Fruchtsaft- und Speiseeisindustrie vorüber ist. Die Vorräte beim Handel werden vorläufig in engen Grenzen gehalten. Man zahlt loko pro Tonne 11}^ £P für gemahlenen Zucker und 14.800 £P für Würfelzucker. Es wird erwartet, daß der so stark verbilligte Zuckerpreis in absehbarer Zeit einen Anreiz zu erhöhtem Konsum geben wird. Da der Chadbourne- Plan der internationalen Zuckerwirtschaft gescheitert ist und infolgedessen unter den Exportländern ein Kampf aller gegen alle begonnen hat, wird vermutlich die Rivalität Ägyptens, Niederländisch-Indiens und der Tschechoslowakei um die Beherrschung des palästinensischen Zuckermarktes sich noch verschärfen. Leider muß damit wohl auch der Plan des Aufbaues einer eigenen palästinensischen Zuckerindustrie einstweilen für aussichtslos gelten. Der Reis markt hat sich auf internationale Anregung hin neuerdings leicht befestigt; doch sind die Umsätze nicht bedeutend. Birmesischer Rangoon Dreistern erzielt cif Jaffa-Haifa pro Tonne etwa 8.750 bis 9 £P, ägyptischer Behrend Glace 11 bis 11.250 £P. In Kaffee bewirkt die schwankende internationale Tendenz, daß man die stärkere Eindeckung für den Winterbedarf noch möglichst zu verzögern sucht. Pro südpalästinensisches Rottel (2880 kg) werden loko im Großhandel etwa 140 bis 145 Mils gezahlt. Kakao hat sich etwas befestigt. In T e e dürfte die am 6. September eingetretene Zollsenkung den Konsum kräftig anregen; für Tee in Packungen von mehr als 1 kg wurde der Zoll von 30 auf 20 Mils pro Kilogramm ermäßigt; nur für Tee in Packungen bis zu 1 kg blieb der bisherige Satz von 30 Mils bestehen. Eier. Ägyptische, türkische und rumänische Ware fehlt gegenwärtig; in der Hauptsache deckt den Bedarf die syrische Ware, die pro Kiste (1440 Stück) loko bei steigen-