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Palästina · 1935-10-01 · Heft 10 (Oktober 1935) · p. Seite 533

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 10 (Oktober 1935)
Article
Jewish Agency. Von Spectator.
Date
1935-10-01
Page
Seite 533 (sequence 3)
Language
German
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dem betonten Willen zur Zusammenarbeit unter Zurückstellung rein parlamentarischer Mehrheitsbildung und Einbeziehung der parlamentarischen Minoritäten in die Leitung, verwirklicht durch die Bildung einer Koalitionsexekutive. Drittens schließlich in den Versuchen einer Organisationsreform, die vor allem in der territorialen Zusammenfassung aller Zionisten eines Landes bestehen soll, damit der Zionismus wieder einheitlich nach außen auftreten kann und die zionistische Propaganda nicht ausschließlich oder doch vorwiegend darin besteht, daß eine zionistische Partei der anderen ihre Mitglieder abjagt. Diese mit dem traditionell gewordenen Parteiegoismus in Widerspruch stehende Reform wurde — ein interessantes Symptom — von einem »Innenminister« eingebracht, der selbst der Partei angehörte, die als erste mit den Spaltungstendenzen aus doktrinären Gründen und in falscher Analogie zur Umwelt begonnen hatte. Daß gerade dieser Mann aus Gründen, die mit der Sache nicht zusammenhängen, aus der Exekutive ausschied und daß für die Durchführung dieser Reform, die zur Überwindung aller Widerstände einer besonders starken Kraft bedürfte, weder ein entsprechender Mann berufen noch ein Apparat geschaffen wurde, zeigt nur, wie mangelhaft die Verwirklichung eines an sich guten Programmes noch geblieben ist. Bei der Behandlung dieses Themas wird man sich bewußt, an wie wenigen Stellen der Welt eigentlich zionistische Organisationen, die diesen Namen wirklich verdienen, existieren. Ein Landesverband, der alle zionistischen Richtungen und Fraktionen zusammenfaßt, besteht unseres Wissens nur in Deutschland und in der Tschechoslowakei. In anderen Ländern wie Amerika und Polen ist die Organisation eine ganz lose. Meist besteht sie in Komitees, die sich an die große anonyme Masse von Fall zu Fall wenden, ohne aber in größerem Stil eine Erziehung und Durchbildung der Organisationsmitglieder durchführen zu können. Die vom XIX. Kongreß beschlossene Verlegung des Organisationsdepartements nach Palästina ist eine Maßnahme, die die Führung einer einheitlichen Propaganda und die innere Reform nicht erleichtern wird. Denn der Zionismus außerhalb Palästinas ist zwar eine nach Palästina strebende Bewegung, aber seine Motive und seine Ideologie stammen aus der Judenfrage des Galuth, und nur von hier aus kann er geistig die Juden erfassen und führen. Es muß abgewartet werden, ob das neue Amt in Palästina eine zentrale geistige Macht zu schaffen vermag; wird es die genügende Energie hiefür aufbringen (unabhängig von den unmittelbaren Anforderungen des par lästinensischen Lebens), dann wird diese Maßnahme des XIX. Kongresses ihre Bewährung finden. Bis dahin aber muß einige Skepsis in dieser Richtung erlaubt sein. Die großen Aufgaben angesichts der nun schon das dritte Jahr anhaltenden M a sseneinwanderung bestehen vor allem in der Eingliederung der nach Palästina strömenden Juden, die nicht nur wirtschaftlich untergebracht werden müssen, sondern auch zu einem Volk werden sollen. Das palästinensische Wirtschaftsleben geht nach seinen eigenen Gesetzen vor sich. Palästina ist in die Weltvorgänge einbezogen, und ein Ereignis wie der Krieg in Abessinien kann politisch und wirtschaftlich von der größten Tragweite für Palästina sein. Über solche Dinge hat der Kongreß natürlich keine Macht. Der Kongreß ist ja entstanden aus dem Bedürfnis, für die Juden eine Analyse der Judenfrage zu geben und einen Willensausdruck des jüdischen Volkes in bezug auf die Lösung dieser Frage durch Palästina zu schaffen. Er ist wegweisend für das Volk geworden, aber er kann nicht die Wanderung und Niederlassung des Volkes im einzelnen regulieren. Trotzdem gibt es große Teilgebiete innerhalb des palästinensischen Lebens, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Jewish Agency stehen, und für die Gesamtgestaltung des Lebens im Lande ausschlaggebend sind. Das hat sich in den letzten Jahren bei der großen Wanderung der deutschen Juden gezeigt. Es ist wohl nicht zu viel behauptet, wenn man sagt, daß der wirtschaftliche Aufschwung

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