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Palästina · 1935-10-01 · Heft 10 (Oktober 1935) · p. Seite 524

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 10 (Oktober 1935)
Article
Fachorganisationen und Fachpresse in Palästina
Date
1935-10-01
Page
Seite 524 (sequence 4)
Language
German
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starke Landesorganisation und auch noch ohne Fachpresse, trotz verschiedener An* läufe hiezu. 4. Großhandel: Ein umfassender Zusammenschluß des Großhandels existiert nicht; praktisch ersetzen ihn die lokalen Handelskammern, die früher, vor dem neuerlichen Aufstieg von Industrie und Einzelhandel, hauptsächlich die Repräsentanzen des Groß-* handels waren und es teilweise, speziell auf arabischer Seite, auch heute noch sind. Die jüdischen Zitrus*Exporteure sind im wesentlichen der schon bei der Landwirtschaft erwähnten »Jaffa Citrus Exchange« angeschlossen. Die jüdischen Kommissionsfirmen von Tel Aviv und Jaffa vereinigt ein angesehener Verband, der auch demnächst eine eigene Zeitschrift herausgeben will. Die Importeure finden wir außerdem noch teil* weise nach einem sozusagen landsmannschaftlichen Prinzip organisiert, und zwar gemäß der Herkunft der Waren, die sie speziell vertreiben. So gibt es einen Verband der Importeure englischer Waren und Kommissionäre englischer Firmen; oft sind solche palästinensische Vereinigungen der Importeure und Kommissionäre von Waren aus bestimmten Staaten als »Auslandhandelskammern« benannt, wobei wir unter anderen die österreichische, italienische, rumänische, polnische, tschechoslowakische Handelskammer hervorheben. Neuerdings tritt bei Importeurvereinigungen auch das Branch^nprinzip öfter auf, mit Kartellierungstendenz (z. B. im Butterimport) und teilweise auch sogar schon mit Syndizierungsbestrebungen (z. B. im Eisenhalbfabrikate* und Bauholz* import). Eine Fachzeitschrift für den Großhandel gibt es bisher noch nicht. 5. Einzelhandel: Die jüdischen Einzelhändler der Städte haben wiederholt sich zu. organisieren. versucht, wobei es nicht an Fehlschlägen mangelte. In letzter Zeit hat sich der Tel Aviver Einzelhandelsverband sehr kräftig entwickelt und soeben auch erstmalig eine umfangreiche eigene Fachzeitschrift »Mischar wechalkalah« heraus* gebracht. Von Tel Aviv aus wird angeregt, gemeinsam mit Jerusalem und Haifa einen Landesverband der jüdischen Detaillisten zu errichten. Ein arabischer Detaillistenver* band existiert bisher noch nicht. 6. Bank* und Versicherungsgewerbe: Unter den Bankleitungen ist ein regelmäßiger Gedankenaustausch üblich, der jedoch noch nicht zur Errichtung eines Fachverbandes führte, obwohl dieser gerade heute nützlichste Dienste leisten könnte, wo wir mit um* fassenden Plänen der Regierung zur Reform und Kontrolle des Bankwesens zu rechnen haben. Die Kreditgenossenschaften, über ein straffes Verbandswesen verfügend, haben ein Fachblatt »Kooperaziah«. Im Versicherungswesen herrscht vorläufig noch ein ungezügelter Konkurrenzkampf aller gegen alle, ebenso im Bausparkassenwesen — und gerade hier täte es doch not, durch eine Fachorganisation Normalstatuten und Normal* Verträge ausarbeiten und promulgieren zu lassen, damit nicht angesichts der Passivität der Regierung anarchische Zustände eintreten. 7. Transportgewerbe: Die Speditionsgeschäfte und Schiffsagenturen lassen, gleich den Importeuren, ihre Interessen im wesentlichen direkt durch die Handelskammern ver* treten. Die neuen jüdischen Reedereien Haifas haben ihre Interessenvertretung in einem Spezialkomitee der Jüdischen Handelskammer Haifa erhalten. Die jüdischen wie die arabischen Autobuskooperativen haben es noch nicht zu verbandsmäßigen Zusammenschlüssen gebracht, sondern verfechten jede einzeln ihre Interessen für sich, was, wie neulich bei den Reibereien zwischen »Egged«* und »Alijah«*Leuten, nicht immer einen guten Eindruck macht und sich bei der auch in Palästina kommenden Auseinander* Setzung zwischen Autotransport und Eisenbahn als schwerer Nachteil erweisen kann. Der Automobilklub für Palästina hat nur sportlich*gesellschaftlichen Charakter. Eine Fachzeitschrift »Hamovil« ging wieder ein.

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