Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1935)
- Article
- Fachorganisationen und Fachpresse in Palästina
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 523 (sequence 3)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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arbeiter zu gewinnen weiß und mit der »Histadruth« in freundschaftlichem Einvernehmen steht. 3. Eine gemeinsame Organisation jüdischer, arabischer und englischer Arbeitnehmer stellt die kürzlich in Jerusalem errichtete Regierungsbeamtenvereinigung dar, die hauptsächlich Angehörige des mittleren Dienstes umfaßt und als eigenes Fachorgan das »Palestine Journal« herausgibt. 4. Interessant sind Zusammenschlußbestrebungen innerhalb der Arbeitnehmerschaft einzelner Großbetriebe zwecks Pflege der Kollegialität und der Berufsvorbildung (da die eigentlichen sozialpolitischen Interessen der »Histadruth« und ihren Fach-Untergruppen überlassen bleiben). Als erste von Arbeitnehmern herausgegebene »Betriebszeitung« Palästinas erschien kürzlich die erste Nummer einer Hauszeitschrift der Angestellten der »Anglo-Palestine Bank«. b) Organisationen der freien Berufe. 1. Gemeinsame jüdisch-arabische Organisationen gibt es bisher nicht. Zu nennen sind mit schon längerem Bestände die jüdische Anwaltvereinigung (Fachorgan: »Hamischpat«), die jüdische Ärzte Vereinigung (Fachorgan: »Harefuah«), der jüdische Architekten- und Ingenieurverband (soeben neu gegründetes Fachorgan: »Habinjan ba- Misrach Hakarow«), ferner der Schriftstellerverband (Fachorgan: »Mosnajim«), der Verband der bildenden Künstler, der im Frühjahr 1935 errichtete Landesverband der palästinensisch-jüdischen Presse (der auch die Schaffung eines Fachorganes erstrebt), der kürzlich entstandene Verein der Reklamefachleute und Gebrauchsgraphiker. Geplant ist auch ein Verband der Hochschullehrer (Hebräische Universität Jerusalem, Konservatorium Jerusalem, Technische Hochschule Haifa, Hochschule für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften Tel Aviv, Landwirtschafts-Institut Rechowoth). 2. Beim arabischen Bevölkerungsteil sind bisher nur die Anwälte und die Ärzte organisiert. c) Organisationen der Unternehmer. L Landwirtschaft: Am weitaus wichtigsten ist der jüdische Farmerverband, dem als Fachgruppe auch der Zitruspflanzerverband angehört. Sein Sprachrohr ist die bekannte Zeitschrift »Bust'nai«, die über Fachfragen hinaus auch zu allgemein politischen und kulturellen Fragen Stellung nimmt; speziell den Zitrus-Interessen dient die Monatsschrift »Hadar«. Neuerdings hat sich vom allgemeinen Farmerverband die Organisation der »nationalen Landwirte« abgesondert. Die Siedler der Kwuzoth und Mosch'we Owdim sind, wie schon bemerkt, der »Histadruth« angeschlossen und werden dort vom »Merkas Chaklai« organisatorisch betreut. Ein bedeutsames Instrument der jüdischen Zitrus-Interessen ist in den letzten Jahren die »Jaffa Citrus Exchange« geworden, die ohne eigenen Erwerbsbetrieb sich um die einheitliche Export-, Markt- und Absatzregelung bemüht. — Die arabische Landwirtschaft ist bisher nicht imstande gewesen, sich eine beachtliche Interessenvertretung zu schaffen. 2. Industrie: Namhaft entwickelt hat sich im Zusammenhang mit der Industrialisierung der neuesten Zeit der jüdische Industriellenverband, in dessen Rahmen neuerdings an einer Aufgliederung in Fachgruppen (teilweise auch mit Kartellfunktion) gearbeitet wird. Der Verband hat auch gemeinsam mit anderen Körperschaften das Komitee zur Förderung des Absatzes von Landeserzeugnissen (»Tozereth Haaretz«) organisiert. Über eine eigene Fachzeitschrift verfügt er noch nicht. — Eine nennenswerte Organisation arabischer Industrieller existiert bisher nicht. 3. Handwerk: Jüdische Handwerkerverbände, deren Fachabteilungen sich zu regelrechten Innungen auszubilden streben, gibt es in allen Städten, jedoch bisher noch ohne