Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1935)
- Article
- Fachorganisationen und Fachpresse in Palästina
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 522 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2379786-2379926-2379936-2405862--21166-2406083- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Markt- und Absatzfragen, der allgemeine Landwirtschaftsrat, das Eisenbahnkomitee, das Komitee für Straßenverkehr, die Hafenkomitees für Jaffa und Haifa usw. Eine Zusammenfassung all dieser Körperschaften zu einem obersten Wirtschaftsbeirat ist bisher nicht erfolgt, vermutlich, um den Kompetenzen des projektierten »Legislative Council« nicht vorzugreifen. b) Von der »Knesseth Israel« organisiert. Der Einbau des berufsständischen Elements in die verfassungsmäßigen Organe (»Assefath Haniwcharim« und »Waad Leumi«) der »Knesseth Israel« (gesetzliche Vertretung des Jischuw) ist rechtlich nicht unmöglich und wird auch seit langem diskutiert, ohne daß sich bisher eine praktische Lösung fand. Insbesondere erörtert man heute die Schaffung einer Wirtschafts- und Arbeitskammer, die neben die allgemeine Deputiertenkammer (»Assefath Haniwcharim«) treten und wirtschafte- und sozialpolitische wie auch wirtschaftsorganisatorische Aufgaben (Innungswesen, Fachschulwesen usw.) übernehmen soll; doch sind die Aussichten dieses Vorschlages noch ganz ungewiß. c) Von der »Jewish Agency« organisiert. Soeben wurden auf der Luzerner Tagung des Zionistenkongresses und der »Jewish Agency for Palestine« zwei für unsere Betrachtung wichtige Entscheidungen gefällt, einerseits die Bestätigung eines älteren Beschlusses, die »Histadruth Haklalith schel Haowdim Haiwrim be-Erez-Israel« als einzige offizielle Vertretung der jüdischen Arbeitnehmerschaft anzuerkennen, anderseits der Beschluß, nunmehr den längst geplanten Wirtschaftsrat zu errichten, der verschiedene Aufgaben der Wirtschaftsplanung, des Informationsdienstes usw. übernehmen soll. Wir resümieren: Bisher haben Regierung, Knesseth Israel und Jewish Agency den Aufbau ökonomischer und professioneller Fachorganisationen im wesentlichen dem freiwilligen Entschluß der Interessenten selbst überlassen. IL Freiwillige Wirtschaftsvertretungen. Die Basis für die Errichtung rechtsfähiger Vereine bildet das heute noch in Palästina geltende ottomanische Vereinsgesetz. a) Organisationen der Arbeitnehmer. 1. Die personell und wirtschaftlich stärkste Berufs Vertretung Palästinas ist die jüdische Zentralgewerkschaft, die schon vorhin mit voller Bezeichuung erwähnte »Histadruth«. Von insgesamt 84.000 jüdischen Arbeitnehmern Palästinas zu Anfang 1935 gehörten ihr 67.562 an. Neben Arbeitern umfaßt sie auch Angestellte, Lehrer, Künstler und Schriftsteller sowie die Siedler der Kwuzoth und der Mosch'we Owdim. Ihre Presse besteht aus der Tageszeitung »Dawar«, der Wochenschrift »Bamaaleh«, dem Landwirtschaftsfachblatt »Hassadeh«, dem Genossenschaftlerfachblatt »Hameschek Haschitufi«; auch ist ein Lehrerfacnblatt zu nennen und neuerdings die von Dr. Walter Preuß ins Leben gerufene Angestelltenzeitschrift »Pinkas le-Injane Hapkidim«. Mit der »Histadruth« koaliert ist die Arbeiterorganisation des Misrachi (»Hapoel Hamisrachi«), und in der Regel geht auch die Arbeiterorganisation der »Agudath Israel« mit ihr taktisch zusammen. Außerdem sind die Arbeitnehmerorganisationen der Judenstaatspartei und der Revisionisten zu nennen. 2. Fachorganisationen der arabischen Arbeiterschaft traten bisher nur sporadisch auf, als kurzlebige Anhängsel politischer Parteien. Seit einigen Monaten entwickelt sich indessen, von Parteipolitik frei und rein nach Berufsinteressen orientiert, eine arabische Zentralgewerkschaft festeren Gefüges, die insbesondere die Eisenbahn- und Hafen-