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Palästina · 1935-08-01 · Heft 8-9 (August 1935) · p. Seite 457

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 8-9 (August 1935)
Article
Heumehl als Futtermittel
Date
1935-08-01
Page
Seite 457 (sequence 5)
Language
German
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flächen aus verschiedenen charakteristischen Beständen vorzunehmen, um eine Basis für genauere Berechnungen zu erhalten. Auch dies müßte zu verschiedenen Jahreszeiten vorgenommen werden, und zwar möglichst an den gleichen Tagen, an denen das Material für die chemische Untersuchung entnommen wurde, da die Fehlerquellen ohne Berücksichtigung dieses Umstandes sehr groß sein können. Schließlich wären geringe Quantitäten davon zur Probe in der angegebenen Weise zu vermählen und zu Fütterungsversuchen an Geflügel, Rindern und anderen Haustieren zu verwenden. Alle diese Arbeiten sollten aber ungesäumt vorgenommen werden, damit eine eventuelle Verwertung rechtzeitig durchgeführt werden kann und die in möglichst naher Zeit zu erstrebenden Hauptarbeiten der Entwässerung dadurch nicht eine Verzögerung erleiden oder umgekehrt die hier besprochenen Vorarbeiten trotz vermutlich positiver Untersuchungsresultate illusorisch machen. Die Frage, ob die Vermahlung in der Nähe oder an einem für die Gesamtwirtschaft günstiger gelegenen Orte vorgenommen werden soll, ist sekundärer Natur, muß aber ebenfalls rechtzeitig unter Berücksichtigung der Transport- und sonstigen Verhältnisse überdacht werden. Wenn auch der Ausgangspunkt zu dem bisher Gesagten der Gedanke war, wie sich die im Zuge der Entwässerungsarbeiten notwendig ergebende Vernichtung der jetzigen Vegetationsdecke im Hule-Gebiet in eine positive Verwertung umgestalten ließe, so sei doch auch gleich darauf näher eingegangen, welche sonstigen Aussichten sich einer Heumehlerzeugung größeren Maßstabes in Palästina eröffnen. Einer solchen nämlich, die nicht nur auf die einmalige Ernte eines allerdings sehr großen Komplexes basiert. Die Antwort darauf kann uns nur das zu untersuchende Material liefern, welches für solche Zwecke zur Verfügung steht. Bei positiv ausfallender Berechnung darf aber auch der notwendige Vegetationsschutz nicht außer Acht gelassen werden. Im allgemeinen kann gesagt werden, daß wohl für Palästina in vieler Hinsicht ganz ähnliches gilt wie für das aus österreichischen Verhältnissen herangezogene Beispiel. In Betracht kommen die Rückstände der meisten wichtigen Kulturpflanzen, soweit sie in größerem Maße gebaut werden, darunter in erster Linie ein Teil der Futterpflanzen selbst, dann das Stroh der verschiedenen Hülsenfrüchtler, die Getreiderückstände usw. In Betracht kommt ferner eine sehr große Zahl von Unkräutern, die bis auf wenige giftige sich zumeist als sehr brauchbares Mahlprodukt erweisen dürften. Wie schon erwähnt, sogar distelartige Pflanzen, die im Heu vom Vieh verschmäht werden würden, auf diesem Wege die Futtermenge aber ebenso vermehren würden, wie die anderen. Es ist sogar anzunehmen, daß bei dem hohen Gehalt an Reservestoffen in den vielen immergrünen Pflanzenarten, die Palästina im Gegensatz zu Mitteleuropa beherbergt, deren so vermahlenes Heumehl für die Geflügelzucht ein Kraftfutter von sehr guter Qualität liefern könnte. Auch hier gilt es, so viele Arten als möglich in ihren Inhaltsstoffen kennen zu lernen, um allmählich die Qualität auf eine immer höhere Stufe bringen zu können. Vielleicht werden sich sogar manche der sogenannten Salz- und Wüstenpflanzen als verwendbares Mahlprodukt erweisen. Von der Salzmelde (Suaeda maritima) kann dies z. B. ohneweiters angenommen werden, da sie von Gänsen und anderen Tieren gerne aufgenommen wird, was der Verfasser aus eigener Anschauung bestätigen kann. Auch Wasserpflanzen, die im Zuge der Malariabekämpfung oft in größerer Menge entfernt werden müssen, werden mitunter zur Heumehlgewinnung herangezogen werden können.

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