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Palästina · 1935-08-01 · Heft 8-9 (August 1935) · p. Seite 458

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 8-9 (August 1935)
Article
Heumehl als Futtermittel
Date
1935-08-01
Page
Seite 458 (sequence 6)
Language
German
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Die Beschaffung des Materials aus den Rückständen der Agrarwirtschaft wird sich sicherlich bei der ständig fortschreitenden Intensivierung unserer Wirtschaft für viele Jahrzehnte hinaus in aufsteigender Linie bewegen können, wenn wir von der nur einmaligen Verwertung der ganz bedeutenden Pflanzenmassen im Hule-Gebiet absehen wollen. Für die arabische Landbevölkerung wird der Verkauf von Wildpflanzen, die nach bestimmten Anweisungen zu sammeln und der Mühle zuzubringen wären, einen willkommenen Nebenverdienst bieten können. Auch bei diesen Anweisungen wird ein besonderes Augenmerk darauf zu richten sein, daß sie mit dem in Palästina besonders dringend notwendigen Vegetationsschutz in Einklang stehen. Die Heumehlerzeugung selbst wird in vielen Ländern bereits in ganz großem Maßstabe durchgeführt. So werden in den Vereinigten Staaten von Nordamerika jährlich große Mengen nicht nur für den Inlandsverbrauch, sondern auch für den Export erzeugt. Die bedeutendsten Mühlen besitzen dort eine Jahresproduktion von 1 Million Meterzentner; in England (Norfolk) ist vor nicht langer Zeit erst eine Fabrik mit einer Tagesleistung von 200 t eröffnet worden. Ein Beweis, daß es sich hiebei nicht nur um ein notwendiges, sondern auch um ein rentables Produkt handelt. Die gewöhnlichen Schlag-, Brech- und Mahlmühlen werden aber besonders bei dem im Mediterrangebiet un4 im Innern Palästinas vorherrschenden Pflanzenmaterial nicht die geeigneten Resultate liefern können, da sie auf die Brechung und Vermahlung ganz anderer Agrarprodukte (insbesondere von gras- und kleereichem Heu) eingerichtet sind. Eine Universalmühle aber, wie die im Anfang erwähnte» könnte bisher ganz unbrauchbare Naturprodukte Palästinas einer Verwertung zuführen, was sich zum Vorteile für alle beteiligten Zweige der Wirtschaft auswirken würde. Zusammenfassend sei deshalb wiederholt: 1. Die heute vorhandene Massenvegetation im Hule-Gebiet läßt im Wege der Vermahlung zu Heumehl eine Verwertung erwarten, die einen stark ins Gewicht fallenden Beitrag zu den hohen Kosten der Entwässerung liefern könnte. 2. Die wichtigsten Voraussetzungen dazu sind: a) Untersuchungen über die Inhaltsstoffe der an der Vegetationszusammensetzung am stärksten beteiligten Pflanzenarten. b) Schätzung des Gewichtes der Trockensubstanz pro Dunam. c) Vermahlungsversuche und dann Fütterungsversuche mit dem gewonnenen und dem Tagesfutter im entsprechenden Ausmaße beigemengten HeumehL 3. Versuche über die Saugfähigkeit des unzerrissenen und des zerrissenen Materials für Streuzwecke. 4. Der Heumehlgewinnung stünden außer der Verarbeitung der Hule-Vegetation eine jährlich sich steigernde Menge von Rückständen der Agrarproduktion und auch Wildpflanzen zur Verfügung, deren quantitative und qualitative Einschätzung im Lande selbst vorgenommen werden muß und dem Verfasser von hier aus nicht möglich ist. 5. Die Frage des Absatzes muß ebenfalls rechtzeitig Gegenstand eingehender Prüfung bilden, um den Produktionsumfang danach einrichten zu können. Aus all dem geht hervor, daß die vorliegenden Ausführungen nur als Anregung dienen können, dahingehende Untersuchungen aufzunehmen und möglichst bald durchzuführen. Gelingt es aber, die in den jüdischen Siedlungen vor allem auf Qualitätseier hinzielende Geflügelzucht durch eine solche inländische Produktion mit Kraftfutter zu versorgen und auch die zur Verfügung stehende Menge der Futtermittel für Rinder und andere Haustiere zu vermehren, ohne die Anbaufläche dabei vergrößern zu müssen, dann wäre damit die notwendige ständige Intensivierung unserer Landwirtschaft nach verschiedenen Richtungen einen weiteren und wichtigen Schritt vorwärts gebracht.

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