Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1935-08-01 · Heft 8-9 (August 1935) · p. Seite 456

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 8-9 (August 1935)
Article
Heumehl als Futtermittel
Date
1935-08-01
Page
Seite 456 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2379786-2379926-2379935-2405392--20870-2405697
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Cladium Mariscus (Schneide), Typhus angustata (Rohrkolben) und vielen anderen weniger häufigen hydrophilen Pflanzen. Sie bilden gemeinsam eine derart dichte Massenvegetation, daß das Durchdringen schwierig ist. Während für das Schilf nach dem oben Gesagten eine gute Verwertbarkeit bereits erwiesen erscheint, ist diese Frage für die übrigen genannten Arten ohne nähere Untersuchung nicht ohne weiters zu bejahen. Am günstigsten sind die Aussichten beim Rohrkolben, dessen sehr stärkehältige Wurzenstöcke in manchen Gegenden Asiens, Nordamerikas und in Neuseeland, in denen es an Nahrungspflanzen mangelt, sogar von den Menschen gegessen werden. In China wird eine Typha-Art sogar gebaut. In Neuseeland und Ostindien wird der Pollen gesammelt und zu Brot oder Kuchen verarbeitet (nach P. Graebner in Engerls Pflanzenreich). Es läßt dies alles mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit erwarten, daß die Untersuchung dieser Art sehr befriedigende Resultate erbringen dürfte. Für die CyperusrArten und Cladium Mariscus sind die Aussichten weit ungünstiger, doch ist es müßig, ohne Untersuchungen darüber Vermutungen anzustellen. Bemerkt sei jedoch, daß auch die fleischigen Wurzelstöcke von Cyperus Papyrus und mancher anderer Cyperus-Arten eßbar sind, während die Wurzelknollen von Cyperus rotundus, longus u. a. früher als Drogen vielfach Verwendung gefunden haben. Stellt es sich heraus, daß die Inhaltsstoffe nach vollkommener Vermahlung als Futterstoffe in Betracht kommen, dann wäre dadurch gleich mit den Vorarbeiten eine Produktion zu verbinden, die für die gesamte Wirtschaft des Landes von beträchtlichem Wert wäre, da zehntausende Dunam von diesen Pflanzen bedeckt sind, deren Entfernung auf jeden Fall vorgesehen ist und die wegen der zu geringen Saugfähigkeit selbst als Streu nur schlecht zu verwenden - wären. Der Verfasser will es vermeiden, ohne Unterlagen Zahlen anzuführen, es ist jedoch sehr wahrscheinlich, daß bei der sehr hohen Gewichtsmenge der Trockensubstanz gerade dieser Arten, von denen viele sehr hochwüchsig sind, derartige Mengen in- Betracht kommen, daß sie bei einigem Futterwert des vermahlten Produktes einen ganz beträchtlichen Teil der gesamten Kosten hereinbringen könnten. Um zu zeigen, daß es sich dabei auf jeden Fall um ganz große Werte handelt, ist es vielleicht doch gut, wenigstens eine Einheitsberechnung aufzustellen, auf die sich nach Ermittlung der tatsächlichen Gewichtsmenge der Trockensubstanz eine annähernde Schätzung beziehen kann. Wenn wir 1 kg Trockensubstanz pro Quadratmeter annehmen, entspricht dies bei 40.000 Dunam 400.000 Meterzentner und bei Einsetzung eines niedrigen Preises von 2.5 Müs pro Kilogramm einem Werte von 100.000 £. Hiebei ist der Wert dem von vermahlten Grannen ungefähr gleichgesetzt, obwohl der Verfasser vermutet, daß er höher sein dürfte (1 kg pro Quadratmeter wird z. B. bei einer besonders guten Roggenernte in Mitteleuropa an Korn plus Stroh erzielt). Da bei dem heutigen Stande der Geflügel- und Rinderzucht in Palästina nur ein Teil derartig großer Mengen von Mahlprodukten im Lande selbst verbraucht werden kann, sind auch die Fragen der Exportmöglichkeiten zu prüfen oder es sind die Berechnungen auf ein entsprechend kleineres Quantum plus Streugewinnung umzustellen. Aus diesen wenigen Hinweisen ergeben sich schon die Richtlinien, nach denen die Untersuchung des Materials vorzunehmen wäre: Vorerst wären die Inhaltsstoffe aller jener Arten, die mengenmäßig ins Gewicht fallen, zu prüfen. Selbstverständlich müßte diese biochemische Untersuchung sich bei derselben Art auf verschiedene Vegetationsperioden und womöglich auch auf verschiedene Tageszeiten erstrecken. Eine weitere, jedoch viel leichter durchzuführende Vorarbeit wäre, die Wägung der Trockensubstanz von einigen kleineren Einheits-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.