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Palästina · 1935-08-01 · Heft 8-9 (August 1935) · p. Seite 455

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 8-9 (August 1935)
Article
Heumehl als Futtermittel
Date
1935-08-01
Page
Seite 455 (sequence 3)
Language
German
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diesem beträgt der Eiweißgehalt nur 8 bis 10 g pro Kilogramm. Dieses für Österreich aufgestellte Verhältnis dürfte sich in Palästina durch die öftere Ernte der Leguminosen noch bedeutend zu Gunsten der letzteren verschieben. In Betracht kommen ferner für eine Vermahlung viele Wildpflanzen, darunter auch solche, die sich getrocknet nicht verfüttern lassen, wie z, B. die Wetterdistel (Carlina acaulis), und auf diese Weise doch gut verwertet werden können. Auf die Arten hier näher einzugehen hat jedoch keinen Zweck, da nicht nur die Artenzusammensetzung der palästinensischen Flora, sondern auch der innere Aufbau der meisten Wildpflanzen gegenüber der mitteleuropäischen Flora chemisch und anatomisch ein wesentlich verschiedener ist. Wenn aber auch alle die bisher angeführten Daten sich auf die Verhältnisse in Österreich beziehen, so sind sie doch insoferne für unsere Fragestellung nicht ohne Wert, als sich aus ihnen gewisse Anhaltspunkte ergeben und sie vergleichsweise zu Rate gezogen werden können. Wie stellen sich diese Verhältnisse nun in Palästina dar? Es ist klar, daß diese Verhältnisse hier nur in groben Umrissen aufgezeigt werden können, schon deshalb, weil dem Verfasser die genaueren Unterlagen für eingehendere Berechnungen fehlen. Im allgemeinen kann jedoch folgendes gesagt werden: Für die Verwertungsmöglichke'it gilt wohl das bisher, gesagte in ziemlich weitgehendem Umfange. Die wichtige Frage der Preiserstellung muß hier ganz offengelassen werden. Sie ist zum großen Teile eine Transport- und Organisationsfrage, die von hier aus nicht beurteilt werden kann. Ebenso kann die wichtige Frage, ob die Vermahlung im Großen und zentralisiert oder im Kleinen und dezentralisiert vorgenommen werden soll, noch nicht Gegenstand der Erörterung bilden, solange nicht die grundlegende Frage der Beschaffung des Rohmaterials geklärt ist und mit dieser Frage sollen sich die folgenden Ausführungen beschäftigen. Die Frage lautet also, ob die Beschaffung genügender Mengen von Mahlprodukten in Palästina gegeben ist und ob die Qualität der in Betracht kommenden landwirtschaftlichen oder wildwachsenden Naturprodukte eine nutzbringende Verarbeitung zuläßt. Aber auch in dieser Beziehung können die vorliegenden Zeilen nur als Anregung für die berufenen Faktoren dienen, die in Betracht kommenden Mengen abzuschätzen und die Kalkulation daraus abzuleiten. Jedenfalls ist dabei mit in Betracht zu ziehen, daß sich die zur Vermahlung geeigneten Produkte von Jahr zu Jahr mit der Ausbreitung unserer Wirtschaft vermehren. Worauf hier aber besonderes Gewicht gelegt werden soll, ist der Hinweis auf die Möglichkeiten, die sich im Hule-Gebiet schon bei den Vorarbeiten der Entwässerung erschließen. Wir haben oben ausgeführt, daß große Schilfbestände sich für diese Verarbeitung sehr gut eignen, da schon junges Schilf selbst mit Erfolg verfüttert werden kann und Schilfmehl infolge der größeren Aufschließbarkeit durch die Magen- und Darmsäfte der Tiere einen noch weit höheren Nährwert besitzt. Daß letzteres als sehr brauchbare Beimengung zu anderem Futter daher in Betracht kommt, steht außer Frage. Dasselbe dürfte auch für fast alle anderen Gramineen (echten Gräser), wie Arundo Donax, eine in Palästina häufige und dem Schilfrohr im Aussehen ähnliche, aber viel mächtigere Pflanze, Geltung besitzen. Betrachten wir nun daraufhin die wichtigsten Komponenten der Vegetation, der Hule-Sümpfe, wie sie uns von A. Eig im Bulletin 7 der Agricultural Experiment Station (»On the Vegetation of Palestine«) geschildert wird: In ungeheuren Massen erscheint vor allem Cyperus Papyrus (die Papyrusstaude), und zwar vergesellschaftet mit Cyperus alopecuroides, Phragmites communis (Schilf),

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