Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1935)
- Article
- Die öffentlichen Finanzen Palästinas
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 452 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Schüsse finden, sowie eine einmalige Ausgabe für die angehäuften Kassenbestände. Eine Anzahl von wichtigen Bedürfnissen harren der Erfüllung, von denen drei einer besonderen Kategorie angehören: Das Werk der Erforschung der Hilfsquellen des Landes muß in einer tiefschürfenderen und intensiveren Weise fortgeführt werden, als es die bestehenden Körperschaften auszuüben imstande sind. Die Aufforstung in weiter Ausdehnung würde eine sichtbare Wirkung haben nicht bloß durch Veränderung des Aussehens des Landes, sondern auch in bezug auf seine Fruchtbarkeit und sein Klima. Die Durchführung von Drainagearbeiten würden den Gesundheitszustand der Bevölkerung verbessern und die Produktivität des Bodens vergrößern. Solche Arbeiten werden in allen zivilisierten Gemeinschaften als die eigentliche Aufgabe der Regierung betrachtet, und sie würden sich in einem sehr hohen Maße durch die Hebung des Wohlstandes bezahlt machen; in den ersten beiden Fällen natürlich erst in einiger Zeit. Gerade deshalb sind sie Aufgabe der Regierung. Drainage ist eine Aufgabe der Verwaltung, wegen der rechtlichen Schwierigkeiten, die mit der Legung der Rohre verbunden sind, und weil ihr Monopolcharakter von Privaten leicht mißachtet werden kann. Eine entsprechende Investition im Verkehrswesen ist ebenfalls wünschenswert. Das Nichtbestehen einer Autostraße zwischen Tel- Aviv und Haifa führt zu unerträglichen Unzukömmlichkeiten und Kostenüberhöhungen. Die Versäumnisse im Post- und Telephonwesen sind ein weiteres Beispiel für die Schwerfälligkeit der Verwaltung. Die großen Investitionen für diese Dienste werden sich bezahlt machen. Auch im Bereiche der öffentlichen Gesundheitspflege und der Erziehung ist ein Ausbau notwendig. Sie gehören in jene Kategorie von Diensten, bei denen die lokalen Interessen überwiegen, die aber überall von der Regierung subventioniert werden. In Großbritannien gewährt die Regierung im allgemeinen Zuschüsse von 50% der Kosten für solche lokale Bedürfnisse. Die Palästinaregierung sollte in Zukunfteinen ähnlichen Beitrag auf sich nehmen. Diese konstruktiven Dienste können leicht die jährlichen Überschüsse absorbieren. Wie soll die Regierung die 3 Millionen Pfund verwenden, die ihr zur Verfügung stehen, wenn sie den verlangten Überschuß von einer Jahresausgabe — 3 Millionen Pfund — reserviert? Jede der großen Städte Palästinas bedarf großer Plätze und Parks, sowohl aus ästhetischen, als aus gesundheitlichen Gründen. Der aufzuwendende Betrag sollte im Verhältnis zur gegenwärtigen Einwohnerschaft und ihres vermutlichen Wachstums innerhalb der nächsten zehn Jahre berechnet werden. Eine Politik, wie die hier skizzierte, ist durch die gesündesten Prinzipien einer Finanzgebarung zu rechtfertigen. Sie kann noch mehr gerechtfertigt werden durch die Erwägung, daß, falls sie unternommen wird, man für eine Reihe weiterer Jahre keine Furcht vor einer Depression wird haben müssen. Sicherlich kann die Regierung nicht mehr lange blind gegenüber ihren Pflichten und hellsichtig bloß für ihre Rechte bleiben. Wenn diese Probleme nicht gelöst werden, so wird