Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1935)
- Article
- Die öffentlichen Finanzen Palästinas
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 453 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2379786-2379926-2379935-2405391--20865-2405694- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ein großer Teil des privaten Kapitals in Gefahr kommen, in unrichtiger Weise verwendet zu werden. Die schwebenden Überschüsse sind eine Gefahr, die im Lande eine unrichtige finanzielle Struktur verursachen können. Sowohl öffentliches wie privates Kapital müssen in der ihnen eigenen Sphäre arbeiten. Private Körperschaften sollten nicht fortfahren, sich gezwungen zu fühlen, die Funktionen der lokalen Verwaltungen zu übernehmen. W"enn die Regierung dieses Programm ablehnt, so möge sie bekanntgeben, was ihre eigene Politik in bezug auf ihr Einkommen ist, das ihre Bedürfnisse übersteigt, wie auch betreffend ihrer Überschüsse, die ohnegleichen sind. Sie darf die Krankheit nicht chronisch werden lassen. Heumehl als Futtermittel Von Dr. Hugo Bojko, Wien. In der vorigen Nummer dieser Zeitschrift wurden bereits einige Anregungen für die Vorarbeiten im Hule-Gebiet gegeben, die durch spezielle pflanzensoziologische Untersuchungen ohne Schwierigkeit durchgeführt werden können. In den vorliegenden Ausführungen seien nun diese Anregungen nach einer Richtung hin ergänzt, die dem Verfasser selbst ferner liegt und mit der er nur indirekt durch seine wissenschaftliche Tätigkeit in Berührung gekommen ist. Anderseits erscheinen die nun folgenden Ausführungen dem Verfasser nicht nur für das Hule-Gebiet, sondern auch für die gesamte Agrarwirtschaft Palästinas von Bedeutung und dürften daher allgemeineres Interesse in Anspruch nehmen. Vor einiger Zeit fanden in Mitteleuropa — die Details gehören nicht hieher — Beratungen statt, deren Ziel die stärkere Nutzbarmachung eines bis dahin viel zu wenig beachteten Wirtschaftszweiges, nämlich der Heumehlerzeugung, für die Volkswirtschaft war. Die Veranlassung dazu gab die Erfindung einer neuen Maschine, die nach den bereits vorliegenden Versuchen eine große Zahl landwirtschaftlicher Abfallprodukte, wie z. B. Gersten- und Weizengrannen oder verschiedene Stroharten usw., aber auch bisher nicht oder nur wenig ausgewertete Massenbestände von Wildpflanzen zu hochwertigen Futtermitteln in einem Maße zu vermählen imstande ist, wie es bei den bisherigen Mühlen nicht möglich war. Der Autor wurde zwecks Erfassung der geeigneten Pflanzengesellschaften als Experte herangezogen und da sich bei der Behandlung dieses Problems Möglichkeiten erschlossen, die auch für Palästina von großer wirtschaftlicher Bedeutung sein können, sei hier einiges darüber mitgeteilt. Die Gedankenverbindung zwischen diesen Arbeiten und den Vorarbeiten im H u 1 e- Gebiet war vor allem dadurch gegeben, daß Schilfbestände sich als besonders ergiebige und billige Quelle für Futtermehl erwiesen. Für die erwähnten Untersuchungen kamen allerdings hauptsächlich Bestände in Betracht, in denen das gewöhnliche Schilfrohr (Phragmites communis) den dominierenden Bestandteil bildet und die Rietgräser (Cyperaceen) und Simsenqewächse (Juncaceen) ihm gegenüber stark zurücktreten, während das analoge, auf die Verwertbarkeit zu untersuchende Pflanzenmaterial im Hule-Gebiet eine davon ziemlich stark verschiedene Artenzusammensetzung aufweist, auf die wir später noch zu sprechen kommen wollen. Die vorhin erwähnte Aktion stützte sich im Wesentlichen auf die Ausführungen eines der ersten Fachleute dieses Zweiges der Agrarwirtschaft und auch die zu Vergleichszwecken hier herangezogenen Daten aus Österreich entstammen derselben