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Palästina · 1935-08-01 · Heft 8-9 (August 1935) · p. Seite 433

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 8-9 (August 1935)
Article
Die Ansiedlung auf Emek-Chefer
Date
1935-08-01
Page
Seite 433 (sequence 6)
Language
German
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Vergleicht man das Tempo der Entwicklung, so ist die Leistung als groß zu bezeichnen. Nach drei Jahren Aufbau ist Kfar Witkin heute z. B. der größte Moschaw Owdim im Lande. Sein Etat verteilt sich in diesem Jahre auf ca. 35 £P pro Mitglied. Die Schule des Ortes allein belastet das Budget mit 1000 £P, die zu 95% vom Moschaw selbst getragen werden. 80 Kinder gehen in diese Schule, 4 Lehrer erteilen den Unterricht. Der Kindergarten umfaßt 35 Kinder, die von 2 Kindergärtnerinnen betreut werden. Nach dem neuen Budget der Jewish Agency, das einen Etat für neue Ansiedlungen hat, sollen auch die Wirtschaften im Emek-Chefer in ihrem Aufbau Kredite erhalten. Es handelt sich dabei nur um die Arbeiterwirtschaften, da die Mittelstandssiedlungen das Kapital für ihre Wirtschaft selbst aufbringen, dieses auch höher ist als die Kosten für eine Arbeiterwirtschaft. Nach den Informationen aus Kfar Witkin werden die Kosten für eine Arbeiterwirtschaft auf 500 £P geschätzt, wovon der Siedler 100 £P selbst aufbringen soll. Die übrige Summe hofft man zum größeren Teil vom Kolonisationsfonds der Jewish Agency, den Rest von der Gesellschaft »Nir« und verschiedenen Banken zu bekommen. Für Häuserbau erhielten Siedler bereits Anleihen von verschiedenen Banken *. Schutzsystem gegen Winde* Bis zum Jahre 1935 sind im Emek-Chefer 4500 Dunam bepflanzt worden. In diesem Jahre (1935) sollen weitere 2500 Dunam Pflanzungen angelegt werden. Die bestehenden Pardessim machen einen anderen Eindruck als die Plantagen im Scharon und Schomron. Wie oben bereits gesagt wurde, kann der Seewind und der Dünensand den jungen Orangen- und Grape-Fruit-Bäumen schädlich werden. Die Gegenmaßnahmen, die dort vorgenommen wurden, sind einzig in ihrer Art und haben den Anforderungen entsprochen, so daß die Bäume einen vorzüglichen Eindruck machen und sich sehr gut entwickeln. Die vorgenommenen Maßnahmen sind viererlei Art: 1. Auf der ganzen Fläche sind die Grenzen und Wege mit einer doppelten Reihe von Zypressen bepflanzt worden, die als s t ä n d i g er Schutz gedacht sind. Da Zypressen aber nur langsam wachsen, d. h. für die ersten, wichtigsten Jahre nur in geringem Maße in Frage kommen, sind 2. Eukalyptus bäume angepflanzt worden, die in einer Stärke von fünf Reihen für die ersten acht bis zehn Jahre den Hauptschutz ausmachen werden. Auch die Wege sind teilweise mit Eukalyptusbäumen bepflanzt und zu diesem Zwecke breiter als notwendig angelegt worden. Bei Heranwachsen der Zitrusbäume, die durch ihre eigene Dichte und Stärke einen Schutz gegen die Winde bieten werden und der Zypressen, werden die Eukalyptusbäume ihre Bestimmung erfüllt haben und gefällt werden. Ihr Holz wird für Stangen und Stützen, Feuerung usw. nutzbar gemacht werden können. 1 Anm. d. Red. Die Jewish Agency hat inzwischen beschlossen, in 4 Siedlungen: Witkin, Legionäre, Hapoel Misrachi und Jemeniten, zusammen 200 Wirtschaften zu konsolidieren. Auch wurde die Errichtung von 20 Wirtschaften der deutschen Siedlung Jedidja bestätigt (siehe Nr. 5, S. 271).

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