Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1935)
- Article
- Die Ansiedlung auf Emek-Chefer
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 432 (sequence 5)
- Language
- German
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Es sei hinzugefügt, daß der Kolonisationsplan für Givath-Chaim, Ain-Hachoresch, Kwuzath Mischmar Hascharon und Haschomer Hazair Gimmel je 40 Wirtschaftseinheiten vorsieht. Da diese Kollektiven Teile verschiedener Kibbuzim im Lande sind (Kibbuz Hameuchad Haschomer Hazair), ihre Siedlungen gemeinsam (kollektiv) bearbeiten, ihre Lebensweise auch eine solche ist, können sie mehr Chawerim auf einem Platze konzentrieren als nach dem Plane vorgesehen sind. Arbeiteransiedlung* Es hat sich gezeigt, daß die Übergabe eines größeren Terrains des KKL an »Jachin« einen wichtigen Teil der heutigen Expansion im Emek-Chefer ausmacht. Oben wurde bereits angedeutet, wie diese Art Kolonisation vor sich geht. Die Auftraggeber Jachins, die durch diese Institution im Auslände und Palästina organisiert wurden, kommen für eine Seßhaftmachung — nach der bisherigen Praxis — nur nach Abschluß aller Arbeiten, d. h. nach fünf Jahren, mit Beginn der Fruchttragung, in Frage. Inzwischen führt Jachin die laufenden Arbeiten durch seine Arbeiter aus. Hier im Emek-Chefer sind die Arbeiter Jachins die Arbeiterverbindungen von Kfar Witkin, Givath-Chaim usw., die selbst zwar Boden vom KKL zugeteilt bekommen haben, von vornherein aber an eine Vollentwicklung ihrer eigenen Wirtschaften nicht denken können, da ihnen bisher die Mittel dazu fehlten. Dadurch nun, daß sie am Orte ihrer Ansiedlung die Möglichkeit haben, durch Lohnarbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen, gelingt auch diesen Kreisen die allmähliche Wirtschaftsentwicklung. Diese Form von Arbeiteransiedlung ist erst einige Jahre alt, sie begann eben dort, wo eine Möglichkeit, wie die besprochene, sich bot. Aus der Not wurde eine Tugend. Nachdem die nationalen Institutionen eine Neuinvestierung für neue Siedlungen nicht vornehmen konnten, die Irgunim als solche aber bestariden und auf irgend eine Lösung, d. h. Ablösung ihres nur Lohnarbeiter-seins warteten, entwickelte sich diese Form der Ansiedlung, die starke Anforderungen an die betreffenden Arbeiter stellt. Außer ihrer Lohntagsleistung von acht Stunden (oft in Akkordarbeit) gesellt sich die Arbeit in der eigenen Wirtschaft hinzu, die meistens nur nach Feierabend begonnen werden kann. Es ist klar, daß auf diese Weise die Inbetriebnahme und Vergrößerung der eigenen Wirtschaft nur allmählich sein kann und zu einem wichtigen Teil von der Frau und den heranwachsenden Kindern bewältigt werden muß. Die Produktion und eventuelle Einkünfte können sich in den ersten Jahren nur aus Wirtschaftszweigen ergeben, die keine lange Wachstumsperiode, wie Fruchtbäume oder Weintrauben, benötigen, also nur aus Milchwirtschaft, Geflügelzucht und Gemüsebau. Die Arbeitersiedler des Emek-Chefer hatten den Mut, ohne jegliche Hilfe von außen, gestützt nur auf ihre Bodenparzelle, die sie vom KKL bekamen, und ihrer Hände Arbeit, die Jachin ihnen bezahlt, zu beginnen. Für Menschen, die der Jugend entwachsen sind und in jahrelanger Arbeit unter schweren Bedingungen noch rascher alterten, wahrlich kein leichtes Beginnen.