Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1935)
- Article
- Die Ansiedlung auf Emek-Chefer
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 434 (sequence 7)
- Language
- German
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3. Um eine Anhäufung von Dünensand in den Pardessim abzuhalten, die die Arbeit und das Wachstum der Bäume stören könnte, auch einen gewissen Windschutz für die ersten Jahre zu haben, wurde zwischen den Baumreihen auf größerem Abstände je eine Reihe Rizinus gepflanzt, der in wenigen Monaten einige Meter hoch wird, so daß der Rizinus zweimal im Jahre beim Querpflügen durch den Traktor niedergerissen und später neue gesät wird. Bei allen aufgezählten Schutzwänden lag die Berechnung zugrunde, daß ein Meter Höhe für zirka zehn Meter Weite als Windschutz genügend sei. 4. Als vierter Windschutz ist ein »individueller« Schutz verwendet worden, der sich ebenfalls sehr gut bewährt hat. Vor den meisten Bäumen ist auf der Windseite um drei Stangen ein Sack ausgespannt worden, der einen Halbkreis um den jungen Baum bildet und das ruhige Wachstum ungemein fördert. Alle diese Maßnahmen, die in anderen Küstenstrichen nicht nötig sind, erfordern selbstverständlich eine Mehrarbeit und eine gewisse Mehrinvestierung. Trotzdem haben die Pflanzer sich davor nicht gescheut, da sie hoffen, besonders schöne und gesunde Früchte, eventuell auch einen höheren Ertrag aus diesen Pardessim herauszubekommen. Die Bodenqualität, die eine der besten Mischungen des Küstenstriches für Zitrusfrüchte aufweist, läßt diese Hoffnungen um so wahrscheinlicher werden. Für die Mittelstandssiedlungen, die Jachin anlegt, werden 10 Dunam pro Familie mit Zitrus angepflanzt. Kfar Witkin, das in seinem Plane 8 Dunam Pardess pro Wirtschaft eingesetzt hatte, hat diese vor wenigen Wochen auf 5 Dunam reduziert, wovon in diesem Jahre 3 Dunam angepflanzt werden. Allgemeine Übersicht» Alle Wirtschaften sind auf gemischter Grundlage aufgebaut. Außer Zitrus sollen Tafeltrauben, Futtermittel und Gemüse gezogen werden. Bereits heute ist z. B. Kfar Witkin imstande, täglich nach Tel-Aviv Milch und Eier zu schicken. Zwar gibt es auch schon Gemüse, das aber wegen der schlechten Verbindungen noch nicht transportiert werden kann. Sobald die Straße Haifa—Tel-Aviv einigermaßen gebaut und befahrbar sein wird, wird auch der Gemüseverkauf möglich sein. Vor Ankauf des Wadi Chawareth (so hieß früher der Emek-Chefer) bildete seine weite Fläche ein Sumpfgebiet, das auch im Sommer nicht austrocknete. Die durch den KKL vorgenommene Drainage hat das Gebiet auf gewissen Teilen für eine Bearbeitung vorbereitet. Sogar nach der letzten Regenperiode, die doch plötzliche, wolkenbruchartige Regenmengen brachte, ist nur an wenigen Stellen das Wasser stehen geblieben, das anfangs des Sommers ausgetrocknet sein wird. Außerdem unternimmt die Regierung eine Regulierung der Sumpfbestände in einem nahegelegenen Wadi, i der ein Krankheitsherd für die ganze Gegend ist. Nach Ausführung aller noch notwendigen Drainagearbeiten steht zu hoffen, daß die Malaria vom Emek-Chefer verbannt wird.