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Palästina · 1935-08-01 · Heft 8-9 (August 1935) · p. Seite 423

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 8-9 (August 1935)
Article
Die Grundtypen der jüdischen Kolonisation in Palästina
Date
1935-08-01
Page
Seite 423 (sequence 8)
Language
German
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des Merkas Hachaklai) vorhanden, deren Ansiedlungsvorhaben einer Realisierung harrt. All diese Formen, in erster Linie die Kwuzah und der Moschaw Owdim des Emek-Gebietes, die über eine jahrelange Arbeitstradition und über eine bereits fundierte Wirtschaft mit durchgebildetem Eirrschlag verfügen, sind die eigentlichen Träger der jüdischen gemischten Landwirtschaft. Und auch bei den neu entstehenden Moschawim, bzw. ansiedelnden Kibuzim wird dafür gesorgt, daß gerade der gemischt-wirtschaftliche Charakter der Agrartätigkeit gewährleistet ist» Unter diesem Blickpunkt gewinnt die Frage der Förderung und Ausdehnung des Netzes dieses gesamten oben umrissenen Kolonisationssektors hervorragende Bedeutung. Denn wie unterschiedlich die Einzeltypen in ihrer Klassifizierung, in ihrer Produktionsweise und in ihrer Lebensführung auch sein mögen —, sie alle sind in ihrer Gesamtwirkung die Pioniere eines W irtschaftsgebietes, dessen Auf- und Ausbau eine Reihe von Möglichkeiten enthält, deren günstige Auswirkungen auf die Dauer von weittragender Bedeutung sind. Die gemischte Landwirtschaft bedeutet einen wichtigen Antizipationsposten in der Aktivierung der jüdischen Landwirtschaft. Sie bewirkt in ihrer Fortenwicklung, in ihrer wirtschaftlichen Konsolidierung und Kräftigung einen steigenden Risikoausgleich in der bisher einseitigen Struktur des gesamten Agrarsektors, dessen integrierender Bestandteil gegenwärtig die Plantagenwirtschaft ist. Im Gegensatz zu der vorherrschenden und dem Außenmarkt zugewandten Zitruskultur ist die gemischte Landwirtschaft ausgesprochen Binnenmarkt-orientiert. Ihre Hebung bedeutet daher im Endeffekt eine erhöhte Quote der Inlandversorgung mit Produkten, die bisher ganz überwiegend aus dem Auslande bezogen wurden. Dies wiederum führt nicht nur zu einer Steigerung der Ausbalancierungsmöglichkeiten des mono-orientierten Außenhandels, nicht nur zu einer Produktivierung des Warenaustausches des Landes mit der übrigen Welt, sondern auch zu einer Akkumulation von zusätzlichen Mitteln, vor allem aber zur Entstehung zusätzlicher Einkommens- und Arbeitsmöglichkeiten im Inlande. Darüber hinaus darf gerade die Bedeutung der gemischten Landwirtschaft als potentielles Reservoir zur Absorption von neuen Einwanderungskräften nicht übersehen werden. Die Wirtschaft des Landes steht gerade in den letzten Jahren im Zeichen einen hohen jüdischen Einwanderungswelle und einer sprunghaft verlaufenden Aufschwungskurve. Eine nachteilige Begleiterscheinung dieses Aufschwunges ist — aus Gründen, die hier nicht zu untersuchen sind — die bekannte und viel besprochene Fluktuation von Arbeitskräften vom Lande zur Stadt. Und es ist bemerkenswert, daß unter diesen Verhältnissen gerade der gemischt-wirtschaftliche Agrarsektor sich dieser Fluktuation gegenüber auffallend widerstandsfähig erwiesen hat. Nach den Angaben des Merkas Hachaklai ergibt sich allein für die K w u z o t h eine Zunahme des Mitgliederbestandes innerhalb eines einzigen Jahres (5694, von Oktober 1933 bis September 1934) von 2608 auf 3436, d. h. also um 31.7%. Für die M o s c h w e h Owdim beträgt die Steigerung für den gleichen Zeitraum immerhin 14.5%

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