Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1935)
- Article
- Die Grundtypen der jüdischen Kolonisation in Palästina
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 422 (sequence 7)
- Language
- German
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ander, wie sie aus der Arbeitstradition, dem Sondereinschlag der Wirtschaftstätigkeit, des Standortes, der Bodenart usw. entspringen. Eine solche Differenzierung ist natürlich auch unter den Kwuzoth vorzufinden, entsprechend ihrer Größe, dem Resultat ihrer Tätigkeit usw. Gemeint ist in diesem Zusammenhange die Differenzierung innerhalb eines jeden Moschaws, ganz gleich, ob es sich um einen jungen, erst in der Entstehung und im Ausbau seiner Wirtschaft begriffenen Moschaw oder um einen Moschaw mit festgefügter Arbeitstradition und bereits ausgeprägtem Wirtschaftseinschlag handelt. Die Differenzierungsgrade in der Einkommenshöhe, im Besitz usw., vermögen in ihrer End Wirkung wohl die kollektiven Züge gewissermaßen zu verwischen und so den Moschaw als Ganzes in einzelne kompakte Kategorien der Einkommen usw. zerfallen zu lassen, so daß die Individualgrundlage sich, stetig stärker herausbilden kann. Auf dieses Problem werden wir noch in einer Sonderabhandlung eingehend zurückkommen und diese mit aufschlußreichem Material belegen. Hier handelt es sich lediglich um einen allgemeinen Hinweis, der gerade für die Charakterisierung dieses Kolonisationstyps wichtig ist. Der vierte Kolonisationstyp ist unter dem Namen Irgun Poalim l'hitjaschwuth bekannt. In ihrem Zusammenschluß stellen sie Gemeinschaften von Lohnarbeitern dar, die mit den aus den Außenarbeiten resultierenden Ersparnissen ihre Ansiedlung zu verwirklichen suchen. Ebenso, wie der Kibuz b'Moschawah als Vorstufe zur Kwuzah anzusehen ist, ebenso besitzt der Moschaw Owdim in dem Irgun Poalim Thitjaschwuth seine Vorstufe. Bei dem bestehenden Drang des Arbeiters nach Ansiedlung ist es ohne weiteres verständlich, daß sich die Anzahl dieser Irgunim ständig vermehrt. Anderseits reicht aber der verfügbare Boden nicht aus, die Mittel genügen nicht, da die Eigenersparnisse des Ansiedlungswilligen nur einen Teilbetrag der Summe ausmachen können, die für das Kolonisationsvorhaben notwendig ist, die Finanzierung, bzw. Kreditbereitstellung seitens der Arbeiterinstitutionen und die Aufbringung von Mitteln durch die jüdischen nationalen Fonds nicht das Ausmaß annehmen können, das dem eigentlichen Finanzierungsbedarf entsprechen sollte. Zwar stehen die letzten Jahre im Zeichen eines sich verstärkenden Kapitalzustroms, jedoch konzentriert sich die private Investitionstätigkeit — soweit landwirtschaftliche Investitionen vorgenommen werden — auch noch gegenwärtig auf die Plantagenwirtschaft. Hier erwächst — ebenso wie bei der Ansiedlung der Kibuzim b'Moschawoth -— den nationalen Institutionen sowie den Arbeiterorganisationen, die als Repräsentanz des anzusiedelnden Arbeiters figurieren? eine besondere Aufgabe, deren Lösung unter den bestehenden Boden- und Finanzverjiältnissen mit nicht zu unterschätzenden Schwierigkeiten verbunden ist. Es ist zwar in den letzten Jahren die Ansiedlung der Irgunim vorwärts gekommen und eine Reihe dieser Gruppeneinheiten durch Bodenzuteilung, durch Kreditvermittlung usw. in Kolonisation begriffen. Dennoch sind von den der landwirtschaftlichen Gewerkschaft zugehörigen Irgunim 17 Einheiten mit einer Familienanzahl von 1247 (Ende 1934; Angaben