Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1935)
- Article
- Die Entwicklung der jüdischen Landwirtschaft in Palästina und ihr gegenwärtiger Stand
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 413 (sequence 12)
- Language
- German
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Brunnen im Scharon und in der Schefela dienen den jüdischen Landwirten dazu, die Erträgnisse ihrer Böden um ein mehrfaches zu erhöhen. Wir dürfen aber dieses Anwachsen nicht nur auf Rechnung der Quantität allein setzen, z. B. auf die Vergrößerung der Bodenfläche, der Vermehrung der Kopfzahl, der Zunahme an Pflanzungen u. dgL sondern auch auf Rechnung der Qualität. Die jüdische Landwirtschaft hat sich entwickelt und ausgebaut, sie hat sich mehr vertieft, wenn man so sagen darf, als erweitert. Angefangen von der Bearbeitung des Bodens und allem, was damit zusammenhängt, bis zu den modernen Molkereien und Packhäusern, die in den letzten Jahren gebaut worden sind, marschiert unsere Landwirtschaft an der Spitze und muß sich vor den entwickelten Landwirtschaften in den Kulturländern nicht schämen. Der jüdische Landwirt bringt seine Anpassungsfähigkeit mit, mit der er in den Beruf, den er ergreift, mit gründlicher Erkenntnis eindringt, er wühlt den Boden um und um, bis er seine verborgenen Schätze hebt. Er hat die Maximalerträge im Pardeß, Garten, Weinberg, Feld und KunstaHerreicht. In all diesen Zweigen hat er längst den arabischen Bauer überflügelt und in vielem darf sich ihm nicht einmal der europäische Bauer vergleichen. Anleitung. Wohl hat der jüdische Bauer dieses Werk nicht durch seine eigene Kraft allein vollbracht. Nicht wie sein Vorläufer, der jüdische Bauer vor dem Kriege, war er auf seinem Acker einsam ohne Berater, dem niemand das Werk deutete, das er zu tun hatte, damit er die vielen Hindernisse überwinde. Der jüdische Bauer der letzten Periode war von Lehrern und Instruktoren umgeben, von Ratgebern und Führern, von praktisch und theoretisch geschulten Männern, die sich durch eine lange Reihe von Versuchen und Fehlschlägen Kenntnisse des Landes erworben hatten; sie standen dem Bauern bei, unterstützten ihn durch ihre Kenntnisse und leiteten ihn mit ihren Ratschlägen. An der Spitze dieser Begleiter und Berater der Landwirtschaft steht natürlich die Landwirtschaftliche Versuchsstation, die 1921 durch die Zionistische Organisation gegründet wurde. Die Versuchsstation stellte sich zwei Hauptziele: L Die Erforschung der Wirtschaftszweige, die auf den schweren Böden die gemischte Wirtschaft bilden. 2. Die Lösung des Problems des Schutzes der Edelpflanzungen gegen Krankheiten und Schädlinge. Vielfach und verzweigt sind die Arbeiten der Versuchsstation zur Erforschung und fachlichen Leitung der Landwirtschaft. Eine Gruppe von Fachleuten und Sachverständigen kam dort zusammen, heute 40 an der Zahl; sie arbeiten in folgenden 10 Abteilungen: 1. Landwirtschaftliche Chemie. 2. Tierfütterung. 3. Pflanzenpathologie. 4. Entymologie. 5. Physiologie, Genetik und Sortenwahl der Pflanzungen. 6. Falchah (Acker- und Gartenbau). 7. Samenzueht 8. Allgemeiner Pflanzenbau. 9. Wirtschaftsökonomie. 10. Unterweisung. Die zentrale Station, anfangs in Tel-Aviv, übersiedelte vor einigen Jahren nach Rechowoth; sie umfaßt die Laboratorien, die Bücherei, den Akklimatisationsgarten, Pflanzenversuche mit Zitrus, Molkerei und