Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1935)
- Article
- Nationale Bodenpolitik in Palästina
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 395 (sequence 3)
- Language
- German
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bei der Erschließung und Besiedlung des Emek Jesreel und bei der Er- 395 richtung von landwirtschaftlichen Siedlungen und Schulen in verschiedenen Teilen des Landes. Der Beginn nationaler Auf forstung, der auf dem Boden von Ben Schemen und H u 1 d a erfolgte, und die dabei gesammelten Erfahrungen, waren für die späteren Pflanzungsarbeiten von entscheidender Bedeutung. Arbeitsgebiete, die zwar der Zweckbestimmung des KKL nicht entsprachen, und für die er herangezogen wurde, waren die städtische und vorstädtische Kolonisation, Häuserbau, Siedlungen und genossenschaftlicher Agrarkredit. Nicht ohne Kämpfe und Widerstände in der zionistischen Organisation wurden die Mittel des KKL dafür bewilligt. In einer rückschauenden Betrachtung kann man die Arbeit des KKL auf diesen Gebieten heute kaum als Fehler bezeichnen, besonders, wenn man sieht, was allmählich daraus entstanden ist. Ohne den Kredit an die Häuserbaugenossenschaften »A c h u s a t h B a j i t h« und »H e r z 1i a« gäbe es heute kein T e 1- Aviv.und keinen Hadar Hakarme 1. Tausende jemenitischer Juden, deren Hauptstrom in den Jahren 1912 und 1913 eingewandert ist, und die heute in einer Anzahl Kolonien angesiedelt sind, wären niemals in Palästina verwurzelt worden, wenn der KKL nicht Wohnstätten und Wirtschaften für sie errichtet hätte. Die älteren jüdischen Kolonien Palästinas haben durch die zweite Alijäh von 1904 bis 1906, deren Menschen zum größten Teil durch die Lehrfarmen des KKL gegangen sind, nicht nur die notwendige »Verjüngung und Blutau'ffrischung« erhalten, sondern viele von ihnen wurden durch den g enossenschaftlichen Agrarkredit des KKL gestützt. So hat die Pionierarbeit des KKL auf einer Reihe wichtigster Gebiete unentbehrliche ideelle, nationale und praktische Werte hervorgebracht. Diese Pionierarbeit, die man — mit Unrecht — oft als Kleinarbeit bezeichnet hat, mußte in ihrem Wesen und in ihrem Umfang geändert werden, als wir vor der gewaltigen Aufgabe standen, Palästina auf der Grundlage des Mandats zur nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes aufzubauen. Im Sinne der Londoner Beschlüsse fiel dem KKL eine Aufgabe zu, die eine Beschränkung auf das Hauptgebiet, das in den ersten zwei Thesen der Londoner Beschlüsse formuliert ist, notwendig machte: Bodenerwerbung nebst Ameliorierung sowie Aufforstung. Alle übrigen bisherigen Tätigkeitsgebiete des KKL mußten liquidiert werden. Der KKL konnte dies umso eher tun, als durch die zweite historische Tat der Londoner Konferenz, die Gründung des Keren Hajesso d, das Instrument vorhanden war, das diese Tätigkeit in einem weit vergrößerten Umfang übernehmen konnte. III. Die Leistung des KKL seit 1920. Mit einem Bodenbesitz von rund 22.000 Dunam, der sich auf etwa zehn Punkte verteilte, sowie mit einer Anzahl von Lehrfarmen, die allmählich zu Siedlungen herangewachsen waren und vom KH übernommen wurden, tritt der KKL in seine zweite große Epoche, in der er als Träger der Bodenpolitik eine zentrale Aufgabe beim Aufbau der nationalen Heimstätte zu erfüllen hat. Die zu erwartende starke Einwanderung besonders mittelloser Elemente, machte es dringend not-