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Palästina · 1935-08-01 · Heft 8-9 (August 1935) · p. Seite 394

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 8-9 (August 1935)
Article
Nationale Bodenpolitik in Palästina
Date
1935-08-01
Page
Seite 394 (sequence 2)
Language
German
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eigenen Kapital des JNF auch das Privatkapital sich boden-. kaufend betätigen kann, in einer Weise, die den späteren Übergang der so gekauften Böden in nationalem Besitz gewährleistet. Diese Beschlüsse, an deren Ausarbeitung und Zustandekommen Adolf Böhm, Dr. A. Granovsky und Nehemia de Lieme das Hauptverdienst haben, waren das Resultat langjähriger, theoretischer Untersuchungen, die in einer Reihe von Schriften des Keren Kajemeth veröffentlicht wurden, und die heute zur klassischen Literatur in der Bodenfrage gehören. Außer Böhm und de Lieme haben sich insbesondere Franz Oppenheimer, Jakob Ettinger, Julius Simon und — seit 1924 — Dr. A. Granovsky in zahlreichen Büchern, Broschüren und Aufsätzen mit dem Bodenproblem beschäftigt. IL Keren Kajemeth Lejisrael als Träger der Boden-' politik. Die Londoner Beschlüsse können in ihrer Bedeutung nur dann voll gewürdigt werden, wenn man sich die praktische Tätigkeit des KKL in seiner ersten Periode, das heißt in den ersten zwölf Jahren vor der Londoner Konferenz vergegenwärtigt. Diese Zeit wird als die P i onierepoche der KKL-Arbeit in Palästina bezeichnet. Ein Programm für die damalige Tätigkeit des KKL existierte nicht und hätte wahrscheinlich auch wenig genützt. Als ein »unantastbares Vermögen des jüdischen Volkes, das nur zum Bodenkauf in Palästina verwendet werden soll« hat Theodor Herzl den KKL, seine schönste Schöpfung, bezeichnet. Die »Unantastbarkeit« wurde zunächst so verstanden, daß der Fonds eine bestimmte Mindestsumme — nach dem Gründungsbeschluß vom V. Kongreß 200.000 £ — erreichen muß, bevor er mit seiner Tätigkeit in Palästina beginnt. In dem Ringen um die Durchsetzung von Prinzipien zwischen politischem und praktischem Zionismus wurde der KKL eines der Hauptobjekte, zumal er für die Aufnahme der praktischen Palästinaarbeit durch die zionistische Organisation als einziges Finanzinstrument zur Verfügung stand. Der Wunsch und die aus den Verhältnissen erwachsene Notwendigkeit, diese Arbeit auf möglichst viele Gebiete zu verteilen, führte bald dazu, daß der KKL weit über seine Zweckbestimmung — Bodenerwerb — hinaus in Anspruch genommen wurde. So bescheiden — gemessen an den heutigen Maßstäben — die sichtbare Pionierleistung des KKL von 1907 bis 1919 war, von so weittragender Bedeutung wurde sie, nicht nur für die zweite große Phase seiner Tätigkeit, sondern für den ganzen jüdischen Palästinaaufbau. Die Gesamtfläche an neu erworbenem Boden betrug zwar in diesen zwölf Jahren nur etwa 22.000 Dunam, aber immerhin sind dadurch zehn neue Siedlungspunkte erschlossen worden. Von weit größerer Bedeutung waren die Leistungen, die auf den vom KKL erworbenen Bodenflächen vollbracht wurden, wie z. B. die Errichtung von Lehrfarmen für landwirtschaftliche Arbeiter und Arbeiterinnen in D a g a n i a h und K i n e r e t h, sowie die ersten Formen genossenschaftlicher Siedlungen besonders in Merchaviah. Was im Laufe der Jahre aus diesen Lehrfarmen hervorging, wurde zur tragenden Kraft

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