Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1935)
- Article
- Nationale Bodenpolitik in Palästina
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 396 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379926-2379935-2405385--20796-2405637- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
wendig, große, zusammenhängende Flächen für deren Ansiedlung, zunächst auf dem Lande, zu erwerben. Der erste bedeutsame Schritt hiefür war die Erwerbung von 44.000 DunamimEmek J e s r e e 1, die bisher größte bodenpolitische Leistung in Palästina. Der Bodenbesitz des KKL wurde dadurch mit einem Schlag verdreifacht. Die Erwerbung dieser großen Flächen erfolgte im Jahre 1921; im folgenden Jahrzehnt wurde das Tempo dieser Bodenkaufstätigkeit mit wenigen Ausnahmen eingehalten, so daß der KKL Ende 1930 bereits über 300.000 Dunam verfügte. In den letzten fünf Jahren hat sich das Tempo verlangsamt. Äußere und innere Schwierigkeiten — Weltwirtschaftskrise, innerzionistische Kämpfe, Widerstände seitens der Araber und der Regierung und Bodenspekulation — haben dazu beigetragen, daß der Bodenbesitz des KKL in den letzten fünf Jahren nur um etwa weitere 50.000 Dunam gewachsen ist. Im ersten Jahrzehnt seit 1920 waren diese Schwierigkeiten viel geringer, und es lag nur an der mangelnden Einsicht und Bereitschaft der Judenheit, wenn wir heutje nicht eine viel größere Fläche an nationalem Boden in Palästina besitzen. Immerhin war der KKL nach dem Kriege der wichtigste Faktor beim Bodenerwerb, denn mehr als 60% des gesamten jüdischen Bodens, der seither gekauft wurde, ist KKL-Boden. Die quantitativen Fortschritte beim Bodenerwerb werden aber durch ihren qualitativen Wert weit übertroffen. Die alt-neue Kornkammer, die der KKL mit seinen mehr als 200.000 Dunam in Emek Jesreel wieder erschlossen hat, ist heute eine der stärksten, wirtschaftlichen und nationalen Positionen, die wir in Palästina besitzen. Als Hinterland der künftigen Groß- und Welthafenstadt Haifa, als Brücke zum Jordantal und Transjordanien, ist es eine Schlüsselposition ohnegleichen. Im Emek Sebulon (Haifa—: Akko-Bucht) mit seinen fast 40.000 Dunam nationalem Boden, hat der KKL nicht nur einen Stützpunkt für vielfältige, wirtschaftliche und weltwirtschaftliche Interessensphären errichtet, sondern sich auch eine Kreditbasis geschaffen, die dem Ausbau und der Stärkung seiner weiteren Bodenpolitik in bedeutendem Maße dienen wird. Auf diesem Boden beginnt das größere Haifa zu entstehen, hunderttausende von Einwohnern werden hier Lebensraum finden. Was noch vor einigen Jahren nur als landwirtschaftliches Siedlungsgebiet erschien, ist durch die rapide Entwicklung der wirtschaftspolitischen Interessen der Mandatarmacht — Hafen, Ölleitung usw. — zu hochwertigem Industrie- und Baugelände geworden. Der wachsende Bodenmehrwert wird nicht in spekulativer Weise Einzelnen, sondern in wahrhaft produktiver Form dem Volksganzen zugute kommen. Neben dem selbstarbeitenden Siedler, auf der Grundlage intensiver, gemischter Land- und Gartenwirtschaft, an der Peripherie des weitreichenden Geländes, wird der Fabrikarbeiter, Beamte und Mittelständler in planvoll vorbereiteten, vorstädtischen und städtischen Siedlungen das künftige große Industrie- und Verkehrszentrum Haifa besiedeln. Enorme Chancen bieten sich für Unternehmungen industrieller und kommerzieller Art, wobei es aber nicht allein auf Erfahrung, Geld und Kenntnisse, sondern auch auf den rechten Pioniergeist ankommt. Verhältnismäßig wenig, nur 38.000 Dunam Pflanzungsboden, besitzt