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Palästina · 1935-07-01 · Heft 7 (Juli 1935) · p. Seite 357

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 7 (Juli 1935)
Article
Zwei Jahre Einwanderung aus Deutschland
Date
1935-07-01
Page
Seite 357 (sequence 7)
Language
German
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Lohnsenkungen, fristloser Kündigung und 12- bis Hstündiger Arbeitszeit geschützt. Man muß mit einigem Befremden feststellen, daß für eingewanderte Frauen aus Deutschland, die sich in den Städten und als Bodedoth auf dem Lande befinden, herzlich wenig getan worden ist. Die Schuld trifft ohne Ausnahme alle Institutionen, deren Aufgabe es gewesen wäre, diesem Problem näher zu treten. Das wenige, was geschehen ist, wurde von der »Kommission zur Ausbildung von Einwanderinnen aus Deutschland« unter der Leitung von Mrs. Hadassah Samuel und der Sekretärin der »Moazath Hapoalim«, Beba Idelson, und durch die »Lischka Hapoaloth« ausgeführt. Von 5083 eingewanderten erwachsenen Frauen aus Deutschland im Jahre 1933/34 (davon 1181 ledig und 3902 verheiratet) kamen durch die obigen Institutionen schätzungsweise 200 zur beruflichen Ausbildung. Die Fremdheit der weiblichen Einwanderer aus Deutschland gegenüber dem Lande, der zionistischen Bewegung, der Berufs- und Gesellschaftsfragen in den Städten ist noch größer als die des männlichen Einwanderers. Was dies zur Folge haben könnte, wenn es so bleibt, werden einmal die »mageren« Jahre zeigen. Wesentlich günstiger darf man über die Einwanderung der Jugendlichen, kurz »Jugendalijah« urteilen. Der Plan ist großzügig und mutig, dem Inhalt nach eine Investition auf lange Sicht. Die Früchte dieser Bemühungen werden nicht ausbleiben. Das Werk der Jugendalijah wird ihrer Leiterin im Lande, Miß Henriette Szold, in der Geschichte der Rückkehr der deutschen Juden in die Heimat einen unvergeßlichen Platz sichern und allen Mitarbeitern Ehre und Anerkennung eintragen. Bis heute wurden in 23 Punkten des Landes 648 Jugendliche untergebracht. Das Jahresbudget beläuft sich auf 40.000 £P. Das Werk wird seine Fortsetzung finden und wie man hört, auch auf Kinder anderer Länder ausgedehnt werden. Bei aller Anerkennung kann nicht verschwiegen werden, daß nur darum Hunderte von Kindern aus Deutschland zur fachlichen Ausbildung und Erziehung gelangen, da sie bereits im Auslande organisatorisch zusammengefaßt werden. Ebenso läßt sich nicht abstreiten, daß Hunderte von Kindern aus Deutschland, die bereits mit ihren Eltern im Land sind, keine Möglichkeit haben, beruflich erzogen zu werden, weil ihre Eltern mittellos sind. Auch diesem Übel, so darf man hoffen, wird abgeholfen werden, und als Beginn hiezu wird man die Einordnung von 65 Kindern im Lande in die Max-Pein- Gewerbeschule in Tel-Aviv und in anderen Orten ansehen können. 4. Kulturpolitische Fr.agen. Zum Schluß noch einige Bemerkungen zu den kulturpolitischen Fragen. Die deutsche Einwanderung der letzten zwei Jahre bietet ein Bild voller Gegensätze. Man findet in dieser Einwanderungsgruppe hervorragende Zionisten und ausgezeichnete Chaluzim, große Männer der Finanz, glänzende Ärzte und Anwälte, erstklassige Fachleute in Handwerk und Technik und viele arbeitswillige Menschen. Anderseits mangelt es nicht an volksfremden Zynikern und bloßen »Raffkes«, Postenjägern und »kalten Rechnern«, die bereit sind, unser Wollen im Lande für billiges und teures Geld zu verschachern. Kurzum, die deutsche Einwanderung gibt ein getreues Bild von der Zusammensetzung der deutschen Juden in ihrem Auswanderungslande. Die Masseneinwanderung von Juden aller Himmelsrichtungen und Kulturbezirke — jede Gruppe bringt ja ein Stück ihrer Assimilation mit sich — hat das Bild des werdenden Erez Israel und des »palästinensischen Typs« schon verändert. Wie groß ist der Stamm der Vorkriegspalästinenser und des geeichten neuen Jischuw der Nachkriegszeit noch im Lande? Die vielen Nichtzionisten (links und rechts) und die nur oberflächlich geschulten Zionisten, die mit der deutschen Einwanderungswelle ins Land

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