Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1935)
- Article
- Zwei Jahre Einwanderung aus Deutschland
- Date
- 1935-07-01
- Page
- Seite 354 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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und handwerklichen Arbeit. Dies gilt auch für den weitaus größten Teil der deutschen Einwanderung. Einige Angaben zur Altersschichtung der deutschen Einwanderung lassen darauf schließen, daß das jugendliche und arbeitsfähige Element überwiegend vertreten ist. Folgende Angaben sind von der »Deutschen Abteilung der Jewish Agency« im März 1935 erstmalig veröffentlicht worden: Alter: Zahl: Prozent: 1^ 9 Jahre .......2.127 13.9% 10^-20 „ ....... 2.637 17.2% 21-30 „ ....... 4.335 28.4% 31-40 „ ....... 3.344 21.9% 41-50 „ ........ 1.380 9.0% 51- „ ....... 1.137 7.4% unspezifiziert ....... 340 2.2% "15.300 100%" 3. Die Arbeiter- und Jugendeinwanderung. Sie wird auf 9500 geschätzt. Es entfallen auf Tel-Aviv 3000, auf Haifa 2000, auf Jerusalem 600, Arbeiterkollektiven und Wirtschaften 2400, Kolonien und Einzelne 1500 Olim aus Deutschland. Ein Drittel dieser Einwanderungskategorie ist mit der Landwirtschaft verbunden. Sie stellen keinen unbeträchtlichen Teil der landwirtschaftlichen Lohnarbeit, ihre Schulung und berufliche Ausbildung steht weit über dem Durchschnitt. Viele wurden von dem Kartell der landwirtschaftlichen Arbeiterkollektiven »Kibbuz Hameuchad«, der schon vor der nationalsozialistischen Revolution Mitglieder aus Deutschland zählte, aufgenommen. Es haben sich in Kerkur ein neues Arbeiterkollektiv des »Haschomer Hazair«, in Chederah eine Gruppe der »Werkleute« (»Kibbuz Hasoreah«), in Nachlath Jehuda bei Rischon le Zion der Kibbuz »Batelem« und in Herziiah die Kwuzah »Massad« im Verbände der »Chewer Hakwuzoth« gebildet. Die beiden letzten gingen aus dem zum Beginn der deutschen Einwanderung (1933) in den Kolonien Chederah und Rischon le Zion organisierten Arbeiterkooperativen »Chaweroth« hervor. Der religiöse Flügel der deutschen Einwanderung ist durch die Arbeiterkollektive »Rodges« (Petach Tikwah), Gan Chajim und der Gruppe in Rechowoth vertreten. Die Leistung der Chaluzverbände bei der Vorbereitung der jungen Menschen für das Lebens eines Arbeiters im Lande und der Arbeiterkollektiven bei der Aufnahme der Einwanderer hier steht beispiellos da. Zwar sind die Schwierigkeiten der Einordnung dieser jungen Menschen in die Kollektiven noch nicht überwunden und jeder Versuch eines Urteils hierüber wird auf ein Rechenexempel mit mehreren Unbekannten hinauslaufen. Der Zug zur Stadt ist unter diesen Olim sehr gering. Man kann auf Grund der Erfahrungen im Lande schon heute sagen, daß der kollektive Rahmen auch für die westliche Einwanderung der meist versprechende ist, was Verwurzelung in der Arbeit und im Zionismus betrifft. Ganz anders ist die Lage der »Bodedim«, das heißt der außerhalb der Kollektiven lebenden landwirtschaftlichen Arbeiter in den Kolonien. Ihr Schicksal ist eng mit der Gesamtlage der jüdischen Arbeiter und Neuankömmlinge in den Kolonien verbunden. Und diese ist sehr ernst; man ist heute Arbeiter in der Moschawah aus wahrster Pioniergesinnung, oder weil man keinen anderen Ausweg hat. Trotz der mehrfachen Schwankungen auf dem Baumarkt und in den einträglichen Berufszweigen der Stadt verbleiben nur gezählte »Bodedim« in der Kolonie überhaupt und in der Landwirtschaft insbesondere. Fragen der Existenz und des Berufs bilden das Hauptthema jedes Gesprächs dieser Einwanderer. Sie fühlen sich irgendwie irregeführt, weil man sie arbeitsmäßig