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Palästina · 1935-07-01 · Heft 7 (Juli 1935) · p. Seite 350

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 7 (Juli 1935)
Article
Ägyptisch-palästinensische Handelsbeziehungen
Date
1935-07-01
Page
Seite 350 (sequence 8)
Language
German
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Die Frage des Handelsabkommens mit Ägypten hat jedoch für Palästina auch eine tiefere Bedeutung. Es ist eine Teilfrage für sich, die jedoch das gesamte Problem der Orientierung der Wirtschaftspolitik des Landes aufrollt. Zwei Grundauffassungen kämpfen heute um die dominierende Stellung in der jüdischen Wirtschaftspolitik in Palästina. Die erste ist die Orientierung auf das britische Imperium als den großen Wirtschaftsverband, in den Palästina eingereiht werden soll. Diese Stellung wird mit besonderem Nachdruck von Pflanzerinteressen in Palästina vertreten, die sich von einer Umwandlung Palästinas in eine britische Kolonie neue Märkte für den Zitrusabsatz versprechen, Palästina soll auf diesem Wege an dem Ottawa-Abkommen und den Imperial-Preferance-Zöllen Anteil haben und die Möglichkeit erreichen, eine durch die »Offene-Tür«-Klausel unbeschwerte Handelspolitik zu treiben. Die zweite Auffassung, die die industrielle Entwicklung des Landes im Auge hat, möchte Palästina in den Block der Länder des Nahen Ostens als ihr Industriezentrum einfügen. Ein Blick auf den Außenhandel Palästinas und einiger Länder des Nahen Ostens ist in dieser Hinsicht sehr aufschlußreich. Palästina mit einer Bevölkerung von ungefähr 1,200.000 Einwohnern hatte im Jahre 1934 einen Import von 15,153.000 £ und einen Export von 3,217.000 £. Demgegenüber stellen sich die Außenhandelszahlen des Königreichs Irak mit einer Bevölkerung von ungefähr 3,000.000 Einwohnern im Jahre 1933/34 wie folgt: Für Syrien liegen die Zahlen für die ersten dreiviertel Jahre vor. Der syrische Import in den ersten dreiviertel Jahren 1934 stellte sich auf 20,171.000 syr. £ (1 £P 3.75 syr. £). Die Ausfuhr stellte sich in derselben Zeitperiode auf 4,828.000 syr. £. Syrien hat eine Bevölkerung von 3.3 Mfillionen. Wenn wir auch das letzte Vierteljahr des syrischen Außenhandels hoch einschätzen, werden die Gesamtzahlen weit unter denen Palästinas nicht nur relativ zur Bevölkerungszahl, sondern auch absolut bleiben. Es ist interessant festzustellen, daß während in Palästina im Verhältnisse zum Jahre 1933 eine sehr beträchtliche Steigerung sowohl des Exportes als auch des Importes zu verzeichnen ist, der Import sowohl in Syrien als auch im Irak im Verhältnis zum vorigen Jahre zurückgegangen ist. In Syrien ist auch der Export zurückgegangen, während im Irak eine unbedeutende Steigerung zu verzeichnen ist. Alle drei Länder des Nahen Ostens zeigen eine passive Handelsbilanz. Eine nähere Betrachtung der Einfuhrstatistik zeigt jedoch, daß die Einfuhr von Produktionsmitteln in Palästina besonders groß ist, d. h. daß die Grundlage für die Entwicklung eines eigenen Produktionsapparates in besonders hohem Maße in Palästina geschaffen wird. Diese Übersicht deutet die großen Unterschiede in der wirtschaftlichen Struktur und Entwicklung dieser Länder an. Die Stellung Palästinas im Außenhandel scheint eine dominierende zu sein. Allerdings ist die palästinensische Produktion außer den Zitruspflanzungen und wenigen Industrien (Palestine Potash Co., Porcelain Teeth Co.) auf den Binnenmarkt orientiert, der sich durch Import von Kapital, Konsumenten und Kaufkraft ständig erweitert. Diese Lage wird sich jedoch bei Konjunkturabschwächung ändern und die Frage des Exports in die Länder des Nahen Ostens in den Vordergrund stellen. Diese Länder des Nahen Ostens sind, wie der Vergleich mit Palästina beweist, noch sehr entwick- Import Export 6,025.000 £, 2,873.000 £.

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