Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1935)
- Article
- Ägyptisch-palästinensische Handelsbeziehungen
- Date
- 1935-07-01
- Page
- Seite 351 (sequence 9)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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lungsfähig, wenn ihre Kaufkraft durch wirtschaftspolitische Maßnahmen (der Fünfjahrplan Syriens, das Einkommen von den Petroleumabgaben im Irak) gesteigert wird. Deshalb kann aus diesen Schwierigkeiten in Ägypten noch kein Schluß auf die »Ostorientierung« der palästinensischen Wirtschaft gezogen werden. Ägypten ist ein Sonderfall und die Hindernisse sind hier größer als in anderen Ländern des Nahen Ostens, da gerade dieses Land jetzt in einem ähnlichen Prozeß wie Palästina, nämlich im Prozeß der rapiden Industrialisierung begriffen ist. Zwei Jahre Einwanderung aus Deutschland Von Moshe Brachmann, Tel-Aviv. Die Gesamteinwanderung deutscher Juden in Erez Israel beträgt bis heute 24.000 Seelen. Davon befinden sich in Tel-Aviv: 8000; in Haifa: 5500; in Jerusalem: 1800; in Arbeiterwirtschaften auf dem Lande: 2400; in Kolonien: 2800; neu angesiedelt in der Landwirtschaft: 400 Familien. Im Verhältnis zu den Einwanderungsgruppen aus anderen Ländern partizipiert die deutsche Einwanderung stark an der landwirtschaftlichen Arbeit (Siedler und Lohn* arbeiter), die landwirtschaftlichen Arbeiterkollektiven haben gerade aus diesen Kreisen einen bedeutenden Zuwachs bekommen. Mehr als die Hälfte der deutschen Olim (Ein- Wanderer) ernährt sich durch physische Arbeit. Die deutsche Einwanderung zerfällt in drei Hauptkategorien: Arbeiter- und Jugendeinwanderung, Kapitalisten und Handwerker (mit 250 £P), Flüchtlinge und soziale Fälle. 1. Flüchtlinge. Beginnen wir mit der letzten Kategorie. Es gibt Flüchtlinge, die direkt aus Deutschland kommen und solche, die über die Flüchtlingsländer den Weg nach Erez Israel gefunden haben. Die Zahl aller Flüchtlinge wird mit 480 Familien veranschlagt; ihr Charakteristikum: wenige Chaluzim, in der Hauptsache ältere Familten* väter, kinderreich, von Beruf Händler und Hausierer, Menschen, die für körperliche, schwere Arbeit selten geeignet sind, unter ihnen auch professionelle Schnorrer. Wo sind diese Menschen und was tun sie? Sehr wenige haben den Weg ins Leben des Aufbaus gefunden. Einige wenige leben als Lohnarbeiter auf dem Lande. Die meisten sind in den Städten (Tel-Aviv und Haifa) konzentriert und leiden Not, manche sogar Hunger. In der »Hitachduth Olej Germania« in Tel-Aviv allein wurden im Laufe von 16 Monaten 3206 soziale Fälle registriert. In Haifa ist die Frequenz nicht geringer. Über andere Orte liegen genau© Ziffern nicht vor. Zu dieser Kategorie müssen noch zum Teil die Angeforderten hinzugezählt werden. Im Jahre 1933 wanderten 355 Personen über 50 Jahre ein, 1934: 782 Personen und für 1935 ist eine weit höhere Ziffer zu erwarten. Es handelt sich hiebei meist um Eltern, die von ihren Kindern im Lande angefordert worden sind. Faktisch liegt es so, daß die Kinder ihre materielle Leistungsfähigkeit bei weitem überschätzen; die Eltern erscheinen dann in den Arbeitsämtern als Arbeitssuchende. Sie sind, wie sie sagen, »zu jeder Arbeit« bereit. Es ist nicht einfach, diesen Leuten plausibel zu machen, daß sie hier kaum eine Existenz finden werden. Denn sie sind alt und kaum noch fähig, den Lebenskampf in Beruf und Wirtschaft aufs Neue zu beginnen. Es sind bisher über 800 Familien allein durch die Fürsorgestelle der Sozialen Abteilung für deutsche Einwanderer in Tel-Aviv gegangen. Diese Fürsorgestellen sind im Lande der Sozialen Abteilung des »Waad Leumi« angegliedert und werden von Miß