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Palästina · 1935-07-01 · Heft 7 (Juli 1935) · p. Seite 348

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 7 (Juli 1935)
Article
Ägyptisch-palästinensische Handelsbeziehungen
Date
1935-07-01
Page
Seite 348 (sequence 6)
Language
German
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Erneuerung der Einfuhr der Nabluser Seife (die aus rituellen Gründen von Moslems begehrt wird, da sie ausschließlich aus rein pflanzlichen Fetten hergestellt wird) soll durch Zollerleichterungen gefördert werden* Was den industriellen Export Palästinas anbetrifft, so wurde von der palästinensischen Delegation eine lange List von industriellen Warenkategorien vorgelegt, die bei günstigen Zollbedingungen nach Ägypten exportiert werden könnten. Die ägyptische Regierung nahm den Standpunkt ein, daß ein Teil dieser Waren in Ägypten erzeugt wird und daß eine Zollermäßigung auf Basis der Meistbegünstigungsklausel automatisch den Ländern, mit denen Ägypten Handelsverträge hat, zugute kommen würde. Nach längeren Verhandlungen ist die ägyptische Regierung darauf eingegangen, für die Einfuhr von sechs Warenkategorien besondere Erleichterungen zu schaffen, nämlich: 1. Aluminiumgeschirr, 2. Ledergalanteriewaren, 3. Kohlenpapier, 4. gestrickte Wollkleidung, 5. Ölfarben, 6. Pharmazeutika. Die palästinensische Delegation hat es abgelehnt, sich mit diesen wenigen Konzessionen zu begnügen. Am Ende wurde eine Kompromißlösung gefunden: die Frage,soll durch eine spezielle Handelsdelegation Ägyptens, die im Oktober Palästina besuchen wird, neu verhandelt werden, und dieser Vorbehalt ist im Abkommen ausdrücklich vermerkt. Die Schwierigkeiten, zu einem Abkommen auf industriellem Gebiete zu gelangen, sind nicht zufällig, sondern spiegeln die strukturellen Wandlungsprozesse der beiden Länder wider. Dieser strukturelle Prozeß kann kurz durch ein Wort definiert werden: Industrialisierung. Die Entwicklung Palästinas in dieser Hinsicht kann als bekannt vorausgesetzt werden und wurde oft in dieser Zeitschrift behandelt. Von allen Ländern des Nahen Ostens sind Ägypten und Palästina aus verschiedenen Gründen in größtem Maße von diesem Prozesse ergriffen. Während aber die Industrialisierung Palästinas hauptsächlich die Folge der Einwanderung von jüdischen Arbeitern, Industriellen, technischen Experten und kaufkräftigen Konsumenten und des jüdischen Kapitalimports ist, wird dieser Prozeß in Ägypten durch eine zielbewußte Politik der Regierung gefördert. Um dieses Ziel zu erreichen und die Industrialisierung des Landes zu beschleunigen, greift die ägyptische Regierung zu allen möglichen wirtschaftspolitischen Mitteln. Die Baumwollkrise, die mit der Weltkrise der Textilindustrie in Zusammenhang steht und zu großen Absatzschwierigkeiten für dieses Hauptprodukt Ägyptens geführt hat, fördert ganz besonders diese Tendenzen. Nach den schlimmsten Erfahrungen einer Monokulturwirtschaft, strebt Ägypten zu einer möglichst großen Differenzierung des Wirtschaftslebens des Landes und zu einem möglichst hohen Grade der Autarkie. Diese Tendenz wird durch einige Faktoren gefördert. Einer der wichtigsten dieser Faktoren ist die Akkumulation großer Handelskapitalien, die kein ausreichendes Betätigungsfeld auf dem kommerziellen Gebiete mehr finden, nachdem die Regierung den Außenhandel durch ihre Zollpolitik abschnürt und nachdem die Kaufkraft der Massen stark gefallen ist. Die folgende Tabelle zeigt den Rückgang der ägyptischen Einfuhr und Ausfuhr im Laufe von fünf Jahren: Export: Import: 1929 .......... 52,186.625 56,274.912 1930.......... 31,941.592 47,488.328 1931 .......... 28,073.630 31,528.167 1932 .......... 26,987.417 27,425.691 1933 .......... 28,842.436 26,766.931

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