Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1935)
- Article
- Ägyptisch-palästinensische Handelsbeziehungen
- Date
- 1935-07-01
- Page
- Seite 347 (sequence 5)
- Language
- German
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Es käme auch eine Reihe von Waren in Betracht, deren Erzeugung in Palästina im Laufe der letzten zwei Jahre begonnen wurde oder in der nächsten Zukunft beginnen wird. Ägyptischer Import: 1932: 1933: , 13.048 15.685 . . 14.638 16.489 . . 68.643 73377 . . 518.353 149.584 Gemusterte Seidenstoffe . . . . . 79.816 38.682 . . 107.237 286.483 Gemusterte Kunstseidenstoffe . . . . 55.627 112.764 . . 29.884 34.362 11.059 15.432 . . 70.033 56.980 . . 5.336 6.013 . . 8.047 8.329 Zu diesen beiden Kategorien gehören noch: Kohlenpapier, gestrickte Wollkleidung, Ölfarben, Pharmazeutika. Allerdings wäre der Import vieler dieser Waren nur auf Grund von Präferenzzöllen möglich, bei einigen sind die Konkurrenzbedingungen günstiger. Somit läßt sich die tatsächliche Lage, von der die palästinensische Handelsdelegation auszugehen hatte, wie folgt zusammenfassen: 1. Der Export von Palästina nach Ägypten ist im rapiden Rückgang begriffen, während der ägyptische Export nach Palästina in großem Umfange andauert. 2. Dieser Prozeß dauert an, trotzdem die Gesamthandelsbilanz Ägyptens aktiv und die Gesamthandelsbilanz Palästinas passiv ist. 3. Die Handelsbilanz zwischen Ägypten und Palästina ist immer aktiv zugunsten Ägyptens. 4. Ägypten kauft Waren von Ländern, die mit Palästina konkurrieren, deren Handelsbilanz mit Ägypten aktiv zu deren Gunsten ist, wie Zypern, Griechenland usw. 5. Palästina produziert und beginnt eine Reihe von Waren zu produzieren, die einen großen Absatz in Ägypten haben, ohne daß es die Möglichkeit hätte, diesen Markt auszunutzen. 6. Die Wirtschaftspolitik der ägyptischen Regierung, die auf Industrialisierungsbestrebungen und Autarkietendenzen basiert, schnürt den palästinensischen Export nach Ägypten durch hohen Zoll ab. 7. Palästina steht der Verschlechterung der Handelsbilanz mit Ägypten machtlos gegenüber, da es nach der »Offenen-Tür«-Klausel des Mandats keine Möglichkeit hat, Mittel wirtschaftlichen Druckes gegen Ägypten anzuwenden. Was hat die palästinensische Delegation auf Grund dieser durch die konkreten rechtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen gegebenen Voraussetzungen erreicht? Obzwar noch keine offiziellen Angaben veröffentlicht wurden, sind die Ergebnisse der Verhandlungen bekannt. Die Hauptkonzessionen, die die ägyptische Regierung Palästina auf Grund der oben angeführten Tatsachen gewährt hat, liegen auf landwirtschaftlichem Gebiete. Auch diese Erleichterungen sind nicht sehr bedeutend. Es soll die Einfuhr von Orangen und Grapefrucht erleichtert werden, wobei die Erleichterungen betreffend Orangen in Monaten gewährt werden, in den Palästina fast keine Orangen mehr exportiert. Es sollen die Frachtsätze für palästinensische Melonen herabgesetzt werden und die