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Palästina · 1935-07-01 · Heft 7 (Juli 1935) · p. Seite 340

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 7 (Juli 1935)
Article
Das Wasserproblem Palästinas im Lichte geologischer Ansichten
Date
1935-07-01
Page
Seite 340 (sequence 4)
Language
German
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faßt. Es ist so in aller Welt. Und an dieser Frage ist noch kein Talsperrenobjekt in der Welt gescheitert. Das wird auch kaum der Fall sein, da, Gott sei dank, an den maßgebenden Stellen jetzt Fachleute sitzen, die sachgemäße Angaben, welche dem Lande und der Bevölkerung ein Segen sein können, nur gutheißen können. Am Schlüsse seiner Abhandlung kehrt Herr Dr. Picard noch einmal auf das Talsperrenproblem zurück, wobei er die Konzession macht, daß »solche Stauwerke für einige begrenzte Landflächen des Landes in Frage kommen könnten, eine Gesamtlösung des palästinensischen Wasserproblems wird dadurch nicht gebracht«. Ich bedauere, daß Dr. Picard meine diesbezüglichen Ausführungen in Heft 10, Jahrgang 1934 dieser Zeitschrift nicht eingehend gelesen hat. Er würde bestimmt seine Behauptung nicht in so strenger Form formuliert haben, gewiß jedoch nicht zur Schlußfolgerung gekommen sein, daß »die Erschließung großer Wassermengen vor allem unter Zuhilfenahme der Geophysik und unter häufiger Benutzung von Trockenbohrungen« erfolgen kann, wobei »in erster Linie die geologischen Untersuchungen« maßgebend sind. Wie unrichtig diese Auffassung ist und den tatsächlichen Verhältnissen ganz widerspricht, möchte ich an einigen Ziffern illustrieren. Die Landwirtschaft in unserem Lande kann bekanntlich nur dann gedeihen, wenn ein großer Teil der Fläche einer rationellen Bewässerung zugeführt werden wird. Bei einer Erhöhung des jüdischen Besitzes auf wenigstens 1,500.000 Dunam, müßten mindestens ein Drittel, das heißt 500.000 Dunam bewässert werden. Die notwendige Wassermenge, verschiedene Kulturen und verschiedene Landstriche vorausgesetzt, ist 700 m3 pro Dunam jährlich- (natürlich approximativ gerechnet), das heißt die gesamte nötige Wassermenge beträgt jährlich 350 Millionen m3. Vorausgesetzt, daß eine Bohrung durchschnittlich 100 m3 pro Stunde Ergiebigkeit bringt — jeder einigermaßen Eingeweihte weiß, daß dies eine äußerst günstige Annahme ist — so wäre dies bei zehnstündiger Arbeitszeit täglich 1000 m3, also monatlich 30.000 m3 und in sieben Betriebsmonaten 210.000 m3 pro Bohrung. Um 350,000.000 m3 jährlich zu erzielen, würden wir aber nicht weniger als 1700 aktive Bohrungen brauchen. Machen wir die zweite, ebenfalls äußerst günstige Voraussetzung, daß nur jede zweite Bohrung eine Fehlbohrung ist, so wären insgesamt minimal 3400 Bohrungen auszuführen. Setzen wir bloß £ 1500.— als Kosten der Bohrung und Ausrüstung in Ansatz — gewiß eine Ziffer, die in der Praxis bedeutend überstiegen wird, besonders wenn man an immer größere notwendige Tiefen denkt, so wäre für 3400 Bohrungen ein Kapital von £ 5,100.000.— nötig. Die Kosten der 350 Millionen m3 jährlich würden, bloß 2 mils/m2 gerechnet (wieder sehr vorsichtig) £ 700.000.— betragen. Hingegen wäre es möglich, 350 Millionen m3 durch den Bau einiger großen und zahlreicher kleinen Sperrwerke im Gesamtbetrage von maximal £ 3,000.000.— bis 3,500.000.— zu magazinieren, wobei der Preis des Kubikmeter Wassers im Durchschnitt 1 mil nicht überschreiten dürfte.

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