Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1935)
- Article
- Das Wasserproblem Palästinas im Lichte geologischer Ansichten
- Date
- 1935-07-01
- Page
- Seite 341 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Möglichkeiten für die Errichtung solcher Stauweiherbauten und Reservierung solcher Oberflächenwassermengen besteht absolut im Lande und werden örtliche Begrenzungen durch den Bau längerer Kanäle, welche in der obigen Schätzungssumme vorgesehen sind, überbrückt. Dies kann ich schon heute auf Grund der bisherigen Vorerhebungen behaupten. Kennt man die immer größer werdenden Schwierigkeiten der Bohrungen, so zweifelt man an dem Nutzen aller systemisierten 8 Grundwasserhorizonte des Dr. Picard und wie kann man dann eine solche, ich möchte sagen, ungeheuerliche Behauptung aufstellen, daß die Lösung des Wasserproblems des Landes in den Bohrungen zu suchen sei? Auch Dr. Picard wird kein einziges Land im Orient anführen, wo derartiges möglich war oder auch nur unternommen wurde. Er weiß sicherlich auch, daß die Wasserbeschaffung im ganzen Orient sich meistens bloß auf Stauweiherbauten gründet und daß dies die einzige naturgemäße Lösung auch unseres Wasserproblems bildet1. Die Anzeichen einer Katastrophe in der Wasserwirtschaft sind schon am Horizont, die durch das bisherige falsche System der fast ausschließlichen Bohrungen hervorgerufen sind. Daher muß man rechtzeitig Vorsorge treffen: durch Nutzung von Oberflächenwasser in fließender und gesammelter Form. Bohrungen werden immer eine angenehme Ergänzung, in erster Linie zur Versorgung von Mensch und Vieh mit Trink- und Nutzwasser, bilden. Die Lösung der Bewässerungsfrage ist aber nur durch Stauweiher möglich. ★ ★ ★ Entgegnung. Von Dr. Leo Picard, Jerusalem. Vorb. d. Red. Wir haben Dr. Picard von dem vorstehenden Artikel Dr. Werbers in Kenntnis gesetzt und erhielten von ihm. folgende Entgegnung: Ich habe mit Interesse die Einwendungen von Dr. Werber auf meinen in Nr. 3 Ihrer Zeitschrift erschienenen Artikel »Das Wasserproblem Palästinas« gelesen. Diese Einwände richten sich zunächst 1 Ich habe bereits in meinem ersten Artikel über dieses Thema auf S. 396 des Jahrganges 1934 dieser Zeitschrift darauf hingewiesen, daß schon im alten Arabien der Talsperrenbau von Bedeutung war. Hinweise finden sich auch in folgenden Arbeiten: Moritz: Arabien (Hannover 1923, Orient-Buchhandlung, Seite 27): »Außerdem kannten die Araber der vorislamischen und der umajadischen Zeit auch die Anlage von Staudämmen und Talsperren. Solche wurden für verschiedene Teile von Nordarabien (und natürlich auch für Südarabien genannt. Besonders zahlreich waren sie in der Umgebung von Medina.« Fritz Frank: Aus der Araba. Reiseberichte (Zeitschrift des Deutschen Palästinavereines, Bd. 57, 1934, Sonderdruck, Seite 229): ». . . einmal sah ich auch eine 2 m hohe Talsperre von etwa 100 m Länge mit langsam abfallenden Staumauern, die auf der Krone 2.20 m stark und im Inneren mit Lehm gefüllt war, und eine große Wasserumführung — alles auf Regenwasser berechnet.« Abbildungen der Ruinen dieser und anderer Sperrwerke sind derselben Arbeit unter Tafel 18B, 29A und B, 33BT 48A und 64B beigegeben. »Diese Mauer wurde von der Bevölkerung selbst erbaut, da sie die Wichtigkeit der Stauung von Regenwasser erkannte.«