Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1935)
- Article
- Das Wasserproblem Palästinas im Lichte geologischer Ansichten
- Date
- 1935-07-01
- Page
- Seite 339 (sequence 3)
- Language
- German
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3. Schwierigkeiten infolge der Unkenntnis der meteorologischen Verhältnisse entstehen allerdings, aber sie sind eben zu beseitigen durch Erforschung dieser Bedingungen. Genau so wie zur Diagnose einer Bohrung die Erforschung der Schichtenlagerung und ihrer Zusammensetzung nötig ist. Ich habe mir in einigen Fällen in kürzer Zeit ganz zuverlässige meteorologische Daten über bestimmte in Betracht kommende Gebiete verschafft. Es besteht zu Vergleichszwecken ein ziemlich reichhaltiges meteorologisches Material, ein viel umfangreicheres und bedeutend älteres als das hydrographisch-geologische, das auch nicht so zuverlässig sein kann wie das meteorologische, was schon in der Natur der Dinge liegt. 4. Es wird wohl Berechnungen gegeben haben, die gezeigt haben, daß manche Talsperren mehr kosten als gewisse Bohrungen: das sind Dinge, die (auch einige meiner eigenen haben es bewiesen) jeder verstehen kann. Aber es wäre sehr verfehlt, daraus den Schluß zu ziehen, daß dies etwa die Regel ist. Vielmehr ist das gerade Gegenteil die Regel: Der Kubikmeter Wasser kostet in rationell angelegten Sperrwerken nur einen geringen Bruchteil der Kosten durch Bohrungen erschlossenen Wassers, sowohl Anlage, als auch Betriebskosten gerechnet, das letzte, da meistens Gravitation möglich ist. Außerdem kommen Talsperrenobjekte oft noch als einzige Lösungsmöglichkeit der Wasserfrage vor, wo an Bohrungen gar nicht gedacht werden kann. Z. B. im Negew, dessen Kolonisation einzig und allein durch Errichtung von größten Stauwehrbauten zu Bewässerungszwecken möglich sein wird. 5. Daß durch Zerstörung des Dammes große Schäden entstehen können, ist klar. Aber auch durch Erdbeben können große Schäden in Siedlungen entstehen; man wird deshalb nicht aufhören, feste Wohnungen zu bauen. Zerstörung von Sperrdämmen kommen seltener vor als Erdbeben. Wenn die Anlagen richtig und sachgemäß sind, wenn alle Vorbedingungen richtig erforscht sind und die Anlagen richtig betrieben werden, dann sind Sperrwerke die stabilsten Bauobjekte. Die Geschichte der Zehntausenden bestehenden Objekte beweist es. 6. Die Verdunstung bei Talsperren ist ein wichtiger Faktor, ebenso wie die Versickerung, von der Dr. Picard gar nicht spricht, obwohl er als Geologe hier mehr zu sagen hätte. Es bestehen bereits sehr wertvolle Feststellungen der Verdunstungshöhe freier Wasseroberflächen, die ich jetzt an einigen Punkten des Landes durch eigene Messungen kontrolliere, mit Hilfe selbst konstruierter Apparate. 8. Am wenigsten zutreffend ist die politische Seite der Frage, jene, wem das Wasser gehört, »das auf seinem Wege verschiedene Böden durchfließt«. Diese Frage ist praktisch schon längst im Gewohnheitsrecht gelöst, sonst wäre der Bau der zahlreichen Zisternen im Lande unmöglich. Bei größeren Sammelbecken ist eine vorherige Klärung der rechtlichen Seite von sich selbst nötig, dabei kann es keinen Zweifel geben, daß Wasser, welches ungenutzt vorbeifließt und nur den unteren Anrainern Schaden bringen kann, demjenigen gehört, der es