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Palästina · 1935-06-01 · Heft 6 (Juni 1935) · p. Seite 303

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 6 (Juni 1935)
Article
Handelsbilanz und Konjunkturforschung
Date
1935-06-01
Page
Seite 303 (sequence 3)
Language
German
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Halbfabrikaten sowie auch die in der Rubrik Fertigwaren enthaltenen 303 industriellen Werkzeuge und Maschinen. Letztere Positionen ergeben mit ihrer absoluten Ziffer von zirka 2,200.000 £P gegen das: Jahr 1933 eine Steigerung von zirka 76%. Diese Produktionsgüter sind es hauptsächlich, die die Steigerung der Rubrik Fertigwaren gegen 1933 um zirka 60% bedingen, während die Gesamteinfuhr »bloß« um zirka 35% gestiegen ist. Weiters sind als produktive Importe auch die Summe aller Bau- und Aufbaumaterialien, alle für Investitionen bestimmten Materialien anzusprechen, die volkswirtschaftlich durchaus gerechtfertigte, ja erwünschte Importe darstellen; da laut Bericht der Jewish Agency (siehe »Palästina« Heft 1, 1935, Seite 42) die Gesamtinvestitionen 1934 mit einer Ziffer von 8,700.000 £P gegenüber dem Vorjahre um zirka 65% gestiegen sind, so ergibt sich zwangsläufig für deren Ankurbelung und Ingangsetzung ein zusätzlicher Importbedarf, gegen dessen Aliinentierung auch vom rigorosesten Standpunkt nichts einzuwenden ist. Die Ziffer des persönlichen Anteils am Bilanzpassivum erfährt somit aus Berücksichtigung vorstehend angeführter Momente eine Korrektur auf 15 £P, die immerhin noch immer eine absolut und relativ ziemlich bedeutende ist. Die Notwendigkeit der Einwirkung gegen das in dieser Ziffer aufscheinende Faktum ist unbestreitbar; die Möglichkeiten hiezu sind allerdings gering. Wenn auch Dr. Grünbaum jeden Interventionismus, besonders einen restriktiven hinsichtlich der Einfuhr, mit dem Hinweis darauf ablehnt, daß sich ein solcher zwangsläufig gegen den Export richten würde, und »einen zur Not brauchbaren Ersatz« im Gefühlsprotektionismus der Parole »Tozereth Haaretz« sieht, muß doch befürchtet werden, daß dies zu wenig sei. Um so dringender scheint es, baldmöglichst die Planstelle zu aktivieren, die als Wirtschaftsbeirat sozusagen das wirtschaftliche Gewissen der palästinensischen Wirtschaft darzustellen hätte. Einer solchen schreibt auch Dr. Grünbaum die Aufgabe zu, »die Zusammensetzung der Einfuhr nach Arten wie nach Herkunftsländern planmäßig zu lenken usw.«. Als geeignetstes Instrument einer solchen zentralen Wirtschaftsstelle, die je eher, je besser errichtet werden sollte, erscheint wohl ein Institut für Konjunkturforschung, das in verständnisvollem Zusammenwirken mit den außerpalästinensischen Handelskammern z. B. durch gründlichste Marktanalysen wohl in der Lage wäre, der Zentralinstanz der Wirtschaft als Wegweiser Richtung und Wege aufzuzeigen. Ins Blickfeld eines solchen Institutes würde schlechthin jede Erscheinungsform wirtschaftlichen Lebens gehören, die sich in Palästina und in dessen Beziehungen zum Ausland manifestiert. Auch die Innenmarktanalyse würde ebenso dazu gehören wie die Beobachtung, inwieweit und in welchem Tempo und Ausmaß sich Standardverschiebungen des Immigranten hinsichtlich der Bedürfnisbefriedigung (an Konsumgütern) vollziehen. Ein solches Konjunkturforschungsinstitut als Sinnes- und Wahrnehmung sorgan der ZentralwiTtschaftsstelle würde sich zweifellos auch

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