Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1935)
- Article
- Die natürliche Bevölkerungsbewegung als Grundlage sozialbiologischer Betrachtung des Judenproblems in Palästina
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 296 (sequence 6)
- Language
- German
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sondern bloß über das Alter der Wöchnerin zur Zeit der letzten Niederkunft in Jahresziffern16. Daher muß ich mich mit Jahresberechnungen begnügen und manchen aus der Abrundung resultierenden Fehler in Kauf nehmen. — Unsere jüngste Wöchnerin war 15 Jahre alt. Ich hätte eigentlich noch jüngere Wöchnerinnen erwartet. Vielleicht liegt die Erklärung in falschen Altersangaben dieser Frauen — die Gesellschaft kämpft gegen zu frühe Heirat und Schwängerung an — es ist aber nicht ausgeschlossen, daß diese Altersangaben richtig sind. Vergleicht man die durchschnittliche körperliche Entwicklung der Wiener Mädchen mit der Entwicklung der palästinensischen jüdischen Mädchen, so sind letztere zweifellos in großem Rückstand. Es ist dies nicht etwa ein flüchtiger Eindruck, sondern eine Feststellung, die ich oft und oft zu machen Gelegenheit hatte17. — Zur Kontrolle zählte ich auch die Altersangaben der jüdisch-orientalischen Erstgebärenden in Jerusalem aus. Die meisten waren hier 18, 19 und 20 Jahre alt, die Extreme lagen bei 15 und 32 Jahren, der Durchschnitt betrug je nach der Untergruppe zwischen 19.7 und 20.2 Jahre. Da der europäische Einfluß auf die orientalische Judenheit in Tel-Aviv größer ist als in Jerusalem, ist es begreiflich, daß die Orientalin in Tel-Aviv um etwa ein halbes Jahr später ins Geschlechtsleben eintritt, das heißt zur Fortpflanzungstätigkeit gelangt (und später weniger Kinder gebärt) als in Jerusalem. Von den in Tabelle XIV ausgewiesenen orientalischen Jüdinnen haben 3% zum zweitenmal, 1% zum drittenmal noch vor dem vollendeten 20. Lebensjahr geboren. In Jerusalem gab es in diesem Alter auch zwei Viertgebärende. Wir haben bisher die Jüdinnen in drei Volksgruppen eingeteilt, haben aber das Geburtsland der Schwangeren nicht berücksichtigt. Aschkenasische Frauen, die selbst schon in Palästina geboren sind, gebären viel mehr als die aus Europa eingewanderten Aschkenasinnen. Der Unterschied ist recht groß und wäre bei gleicher Altersgliederung der beiden Vergleichsgruppen — wie die Standardrechnung zeigt — noch größer. Die Gebärenden sind nämlich iii der Tabelle XV. Durchschnittliche Geburtenzahl der Wöchnerin im Hadassaspital Jerusalem 1932/33. 470 im 190 in 90 im 66 in 454 im 169 in Auslande Palästina Auslande Palästina Auslande Palästina geborene geborene geborene Aschkenasinnen Sephardinnen sonst. Orientalinnen Wirkliche Durchschnittszahl ..... 2.1 2.75 2.73 3.56 4.3 3.5 Standardwert (gleiches Alter in allen 6 Gruppen)..... 2.1 2.95 3.67 3.93 5.05 5.15 16 Noch präzisere Angaben sind nicht oft zu erhalten. 17 Gegenüber den Werten, die über die Jüdinnen in Rußland vorliegen, scheinen die hiesigen Aschkenasinnen nicht ini Rückstand zu sein. Zumindest gilt das für die hiesige Schuljugend, deren Eltern aus Rußland stammen. (Eine diesbezügliche Untersuchung des Kollegen Böhnheim ist im Gange.) Die anderen Teile der aschkenasischen Jugend sind schwächer entwickelt.