Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1935-06-01 · Heft 6 (Juni 1935) · p. Seite 294

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 6 (Juni 1935)
Article
Die natürliche Bevölkerungsbewegung als Grundlage sozialbiologischer Betrachtung des Judenproblems in Palästina
Date
1935-06-01
Page
Seite 294 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2379786-2379926-2379933-2404699--20317-2404920
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

und Laktationsperioden füllen ganz ihr Leben nach der Eheschließung aus14. Kinderlosigkeit wird als Unglück empfunden. Tabelle XII. Von je 100 Gebärenden entfielen auf nebenbezeichnete Arbeitergruppe: alle « t sonstige Kassenspital im Judengruppen öePnaraim Orientalinnen Emek (1928/32) des Hadassaspitals in Tel-Aviv (1930/31) Weniger als 20 Jahre alt . 0.8% 5.2% 12.4% 16.6% Weniger als 25 Jahre alt . 29.3% 34.7% 40.5% 48.0% Aschkenasim Sephardim fonsti9e * Orientalinnen des Hadassaspitals in Jerusalem (1932) Weniger als 20 Jahre alt......3.7% 18.2% 17.7% Weniger als 25 Jahre alt......31.9% 54.5% 53.7% Die Seph ardin ist kinderreicher als die Aschkenasin, aber kinderärmer als die Angehörige aller anderen orientalischen Judengruppen. Die rein individualistische Denkweise, deren historische Aufgabe es ist, die breiten Volksmassen aus dem vegetativen Stadium herauszureißen, ihren Lebensstandard auf dem Wege über Geburtenbeschränkung zu heben und der Frau zur Emanzipation zu verhelfen — diese Denkweise dringt jetzt auch in die Kreise des orientalischen Judentums, zunächst in die sephardischen ein. Vor allem stellen sich begreiflicherweise die jüngeren Elemente um. Aber nicht nur die jungen sephardischen Frauen zeigen sich für die Abkehr von alten Sitten zugänglich. Wer in Rechowoth die jemenitische Jugend zu beobachten Gelegenheit hat, der weiß, daß auch diese Gruppe des orientalischen Judentums in Palästina in raschem Tempo ihr Äußeres und ihre Gewohnheiten verändert. In einer Generation wird der »Orient«, soweit dieser Begriff eine Fortpflanzungstype charakterisiert, überwunden und die Annäherung an »Europa« vollzogen. .Sehen wir Tabelle XIII an. Tabelle XIII. Zahl durchgemachter Schwangerschaften bei 2587 Wöchnerinnen (pro Wöchnerin). Alter 900 aschkenasisehe Frauen aus dem Kassenspital in Emek (1928/32) 2.8 Bis 19 Jahre . . 1.0 20—24 Jahre . . 1.2 25—29 Jahre . . 1.7 30—34 Jahre . . 2.4 ) 35 Jahre usw. . 3.9 ( alle Alter . . . 1.9 661 aschkenasisehe Frauen des Hadassaspitals in Jerusalem (1932/33) 1.0 1.5 2.2 3.0 5.8 341 sephardische Frauen I i 3.5 685 andere orientalische Frauen der Hadassaspitäler Tel-Aviv und Jerusalem (1930/33) 1.35 2.7 5.2 7.2 7.5 1.2 2.0 3.5 5.5 7.4 6.3 7.3 2.5 3.2 4.5 14 Aus der Kartensammlung der Hadassa in Jerusalem aus dem Jahre 1933 seien einige allerdings extreme Fälle der »sonstigen orientalischen Juden« angeführt: Eine 17jährige, die zum drittenmal gebärt, zwei 19jährige, die zum viertenmal gebären, eine 21jährige, die zum fünftenmal und eine 21 jährige, die zum siebentenmal gebärt. Es sind hier Geburten, nicht Schwangerschaften (das heißt eventuelle Aborte) gemeint.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.