Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1935)
- Article
- Die natürliche Bevölkerungsbewegung als Grundlage sozialbiologischer Betrachtung des Judenproblems in Palästina
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 293 (sequence 3)
- Language
- German
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die im Jahre 1926 registrierte Summe13; in der Zwischenzeit hat sich 293 aber die Bevölkerung beinahe verdoppelt. Die Natalität ist also stark gesunken. Die orientalischen Bevölkerungsgruppen blieben während dieser Jahre nicht unbeeinflußt (s. Tab. XI). Ein Teil der hier ausgewiesenen Veränderungen hängt allerdings mit dem geringen Umfang des Vergleichsmaterials in den Jahren 1926/27 zusammen. Tabelle XI. Von je 100 orientalisch-jüdischen Gebärenden einer jeden Altersgruppe wiesen % folgende Geburtsnummer aus: Alter in Jahren Zeit Zahl 1 2 3 4 5-7 8 usw.alk in 20-24 Tahre ' 1926/27 ZU L<i janre 2930/33 25-29 Tahre ' 1926/27 L>—& janre 1930/33 30-39 Jahre { 1926/27 % 85 15.3 31.8 30.6 14.1 8.2 0 100 373 32.6 25.4 20.9 12.1 8.3 03 100 64 6.2 10.9 15.6 18.7 46.8 1.5 100 267 12.7 8.2 14.2 15.4 43.8 5.6 100 45 2.2 — 4.4 24.4 44.4 24.4 100 285 6.3 4.5 5.6 11.6 42.5 29.5 100 Im allgemeinen können wir sagen, daß die seit 1926 erfolgten Veränderungen der Natalitätsziffern bei den palästinensischen Juden drei Quellen hatten: 1. Stärkeres Anwachsen des aschkenasischen, also des geburtsärmeren Bevölkerungsanteils, 2. Verringerung des Bruchteiles, der unter allen Aschkenasinnen auf die orthodoxe Gruppe entfällt, 3. Abnahme der Gebärfreudigkeit in allen Gruppen, auch bei den orientalischen Juden. Wir werden uns im Folgenden noch genauer mit dem letzten Punkt zu befassen haben. Es soll nicht übersehen werden, daß die Gruppe der orientalischen Juden in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht ein recht buntes Gemisch darstellt. Auf der einen Seite die spaniolisch und französisch sprechenden, zum Teil recht wohlhabenden sephardischen Juden, die in vielem europäische Sitten nachzuahmen suchen und als Kaufleute, Handwerker, Beamte, Rechtsanwälte und Ärzte im Lande tätig sind. Auf der anderen Seite die furchtbar arme, völlig ungebildete, nur zum geringen Teil des Lesens kundige Masse der jemenitischen, kurdischen, persischen, kaukasischen, marokkanischen und sonstigen orientalischen Juden, die mit der europäischen Kultur erst in allerletzter Zeit durch die hiesigen Aschkenasim in Berührung gekommen sind. Nur selten wissen die älteren unter ihnen und die Frauen ihr Geburtsdatum. Ihre Fortpflanzungssitten sind noch primitiv. Moderne Präventionsmethoden sind ihnen auch dem Hörensagen nach unbekannt. Sobald sie geheiratet haben — und dies geschieht bei den Frauen in der Regel im 2. Lebensjahrzehnt — setzt die Fortpflanzungstätigkeit ein. Schwangerschaften 13 Ich vermute allerdings, daß die für das Jahr 1926 ausgewiesene Zahl um etwa 50 Fälle zu hoch war. Die Regierung registriert nämlich bloß die Lebend geborenen. Ich habe aber allen Anlaß zur Annahme, daß in diesem Jahre in Tel-Aviv ausnahmsweise die Tot geborenen mitgezählt wurden, ohne daß dieser Irrtum nachträglich richtiggestellt oder einbekannt worden wäre.