Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1935)
- Article
- Zu den pflanzensoziologischen Vorarbeiten im Hule-Gebiet
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 285 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Pflanzengesellschaften aber geben wieder durch ihre jeweilige 285 spezifische Artenzusammensetzung ein getreues Bild auch der sonstigen Verhältnisse des Standortes und vor allem der ihr entsprechenden Bonität des Bodens. Nach der Erfassung der ökologischem (Standorts-) Bedingungen für die einzelnen Arten und Pflanzengesellschaften bietet daher eine Kartierung ihrer horizontalen Verteilung in Verbindung mit den ermittelten Vertikalzonen, die auf der Abhängigkeit der Arten und Gesellschaften von der Grundwasserhöhe beruhen, die Möglichkeit, sich den auch für die geplanten Kulturen günstigsten Grundwasserstand auszuwählen, bzw. ihn nach dem wirtschaftlich günstigsten Flächenverhältnis auszurechnen, in dem die verschiedenen Gesellschaften heute das Gebiet besiedeln. Dies ist das Problem, auf welches es bei den Entwässerungsarbeiten im Hule-Gebiet in erster Linie ankommt. Wird ihm nicht Rechnung getragen, dann liegt die Gefahr nahe, daß die Grundwassersenkung eine zu geringe wird und dadurch die Bodenfeuchtigkeit sowohl für die meisten Kulturen als auch in hygienischer Hinsicht sich ungünstig auswirken würde. Oder aber — und diese Gefahr ist noch größer — die Senkung des Grundwasserspiegels wird zu tiefgehend geführt und es würden sich jene Konsequenzen einstellen, die in dem analogen Fall der Hortobägy- Puszta aufgezeigt wurden: Bei der herrschenden großen Verdunstung sintensität würde es bald zu einer Austrocknung des Bodens kommen und wahrscheinlich auch in der Folge zu einer allmählichen Versalzung und Verschlämmung, die die unter großen Opfern angelegten Kulturen mit der Zeit vernichten würde, bzw. neuerliche kostspielige Bewässerung sprojekte zur Folge haben würde. Selbstverständlich ist das zu tiefe Verlegen des Grundwasserspiegels auch selbst noch mit bedeutend höheren Kosten verbunden, welches Risiko bei den sehr geringen Kosten der pflanzensoziologischen Vorarbeiten mit in Rechnung zu ziehen ist. Einen interessanten Einblick in die Auswirkungen derartiger Untersuchungen auch nach ganz anderer Richtung hin, die sich ja wie bei jeder wissenschaftlichen Arbeit nicht im vorhinein genau übersehen lassen, bieten die bodenbakteriologischen Arbeiten von Wenzl (13, 14), die auf den pflanzensoziologischen Arbeiten des Verfassers basieren und die nachweisen konnten, daß auch gewisse, für den Wirtschaftsertrag wichtige Bodenbakterien sich der durch die Pflanzengesell- Schäften angezeigten Zonierung in exklusiver Weise anschließen. Hier konnte erstmalig der von Erfolg begleitete Versuch gemacht werden, die Verbreitung von Azotobacter chroococcum auf Grund der pflanzensoziologischen Karte ebenfalls kartographisch festzuhalten. Die direkten Beziehungen solcher Erkenntnisse bei Nitrifikations-Mikroben zu den praktischen Wirtschaftsfragen sind dem Fachmanne klar. Im Rahmen dieses Aufsatzes ist es nicht möglich, auf Einzelheiten weiter einzugehen-, auch sind solche, ohne genaues Studium der örtlichen Verhältnisse zu vage; was hier angezeigt werden kann, ist daher nur von programmatischem Wert, den zu einem praktischen umzuge-