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Palästina · 1935-06-01 · Heft 6 (Juni 1935) · p. Seite 284

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 6 (Juni 1935)
Article
Zu den pflanzensoziologischen Vorarbeiten im Hule-Gebiet
Date
1935-06-01
Page
Seite 284 (sequence 4)
Language
German
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Neusiedler Gebiet heran (2—8) und die hier gefundenen Ergebnisse bilden heute eine feste Grundlage, um in analogen Gebieten die technischen Arbeiten so zu führen, daß der optimale Grundwasser stand ohne schwierige Vorarbeiten erzielt werden kann. Insbesondere gilt dies für die im Erscheinen befindliche pflanzensoziologische Karte des Gebietes, in deren Erläuterungen die Grundwasserabhängigkeit der meisten Pflanzenarten und in Betracht kommenden Gesellschaften in graphischen Darstellungen zum Ausdruck gebracht werden. Aus den im Literaturverzeichnis angeführten Arbeiten über dieses Gebiet ist auch zum großen Teil die Methodik und ihre Verwertungsmöglichkeit bereits ersichtlich und es sei hier nur darauf hingewiesen, daß diese Methodik bereits von den, staatlichen Instituten in verschiedenen Ländern praktisch angewendet wird. Sehr aufschlußreich sind in dieser Beziehung manche Arbeiten in Ungarn, wo diese Methodik auch für die Sandaufforstung Anwendung findet (Magyar, 10). Bei einer vom Verbände der tschechoslowakischen landwirtschaftlichen Forschungsinstitute unternommenen Exkursion an den Neusiedler See, die vor allem diesem Problem gewidmet war und mit deren Führung der Verfasser betraut war, brachte die Diskussion recht interessante Resultate in Bezug auf die Anwendungsmöglichkeiten' in der Tschechoslowakei zutage, obwohl die Verhältnisse dort größere Verschiedenheiten gegenüber denen im untersuchten Gebiete aufweisen als in Bezug auf dieses Problem die für die Entwässerung in Betracht kommenden Flächen am Hule-See. Denn die wesentliche Voraussetzung für die Anwendung ist, wie vorher erwähnt, die aufwärts gerichtete Strömung des Kapillarwasserstromes im Boden, wie sie entsprechend der größeren Verdunstungsintensität im Hule-Gebiet noch stärker als im Neusiedler See-Gebiet auftritt. Die wichtigsten Resultate, auf die schon in dem zitierten Aufsatze oberflächlich hingewiesen wurde, seien hier zum besseren Verständnis zusammengefaßt: Bei genauen Untersuchungen der Vegetationsdecke wurde die Aufmerksamkeit bald auf die sehr bemerkenswerte Erscheinung gelenkt, daß^sich die einzelnen Pflanzengesellschaften nach mitunter sehr scharfen Vertikalzonen gliedern, die ausschließlich von der Höhe über dem Grundwasserspiegel abhängig sind. Eine genaue Erfassung und vor allem der Rückschluß von der Pflanzendecke auf die Grundwasserhöhe wurde in der Folge dadurch ermöglicht, daß neben einer sorgfältigen Kartierung der Pflanzengesellschaften diese Abhängigkeit für die einzelnen Arten festgestellt werden konnte und diese wichtige Frage für die meisten Wild- und Kulturpflanzen im Gebiete befriedigend gelöst wurde. Da nur wenige Arten eine ganz schmale Vertikalzone besiedeln, ja manche fast nur in einer Schichtenlinie zur Entwicklung gelangen, die meisten aber eine viel größere Vertikalverbreitung aufweisen, liefern erst die Pflanzengesellschaften die geeigneten Anhaltspunkte, um konkrete Angaben über die Grundwasserhöhe machen zu können. Denn durch die Kombination der sich überscheidenden Vertikalzonen der verschiedenen Arten ist diese Höhe ohne weiteres erkennbar.

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