Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1935)
- Article
- Wirtschaft. Von Dr. J. Adler, Tel-Aviv.
- Date
- 1935-05-01
- Page
- Seite 266 (sequence 4)
- Language
- German
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Butter-Importeure wird sich voraussichtlich zur Jahresmitte definitiv auflösen, da seine Preisforderungen von Außenseitern stark unterboten werden. Während das Syndikat für litauische und lettländische Ware, pro 50 kg loko, noch 5,800 (Vormonat: 6 bis 6,100) £P verlangt, zahlt man im freien Handel bereits nur 5,400 £P. Australische Butter notiert bis 6 ( Vormonat: 6,250 bis 6,500) £P, holländische und polnische Ware, beide qualitativ sehr enttäuschend und nur als Backbutter verwendbar, 4 bis 43^ £P. ebenfalls beträchtlich unter Vormoriatsniveau. Auch dänische Butter fällt gegenwärtig nicht ganz erstklassig aus und notiert etwa 8% unter dem Preis der australischen Ware. In palästinensischer Prima-Molkereibutter finden Umsätze zu —,060 (Vormonat: —,065) £P pro südpalästinensische Okia (240.6 Gramm) statt. Die Regierung beabsichtigt auf Grund des neuen Nahrungsmittelgesetzes, den Kleinverkauf von Butter nur noch in Packungen mit Herkunftsangabe zu gestatten. Da Backbutter reichlich und billig angeboten ist, stößt die Margarin e-Propaganda auf wachsende Schwierigkeiten. In Käse hat die Auslandsware bei großen Zufuhren gegenüber dem Vormonat ihre Preise um 15 bis 20% gesenkt, während der inländische Weichkäse unverändert notiert. Konserven: Lebhaft umgesetzt wird kondensierte Milch verschiedenster Provenienz. Auch Obstkonserven gehen gut und von Gemüsekonserven die in Geschmack und Preis sehr ansprechenden rumänischen Mischgemüse-Packungen, während Fischkonserven saisongemäß stark abflauen und Fleischkonserven, gänzlich geschäftslos geworden sind. Lebhaftes Interesse ruft in Fachkreisen die Gründung der neuen großen Konservenfabrik »Primason, Ltd.« in Nataniah hervor, von der man eine wesentliche Zurückdrängung der Auslandsware erwartet. Leder: Bei unverändertem Preisniveau erscheint der Markt durch den Materialbedarf der Schuh-, Pantoffel- und Sandalen-Industrie für die Frühjahrs- und Sommer- Saison noch lebhaft beschäftigt, während die Nachfrage seitens des Reparaturgewerbes gemäß dem Ende der Regenzeit nachgelassen hat. Da die internationale Mode sich für Reptilienleder nicht mehr im früheren Ausmaße interessiert, wird Palästina neuerdings mit diesem Artikel zu relativ billigen Preisen überschwemmt. Der über die Grenzen unseres Landes hinaus Aufsehen erregende Streit zwischen den Schuhfabrikanten und Schuhmachern, die für das einheimische Schuherzeugnis kämpfen, einerseits und einigen Außenseiter-Schuhgeschäften, die der »Tozereth-Haaretz«- Parole widerstrebten, anderseits, hat nunmehr mit einer Verständigung geendet. Textilwaren: Das Sommergeschäft entwickelt sich auch weiterhin stark über den Vorjahrsumfang hinaus. In erster Linie interessieren preiswerte Baumwoll- und Kunstseide-Erzeugnisse. Die Frage des Importes japanischer Textilien, die seit Japans definitivem Ausscheiden aus dem Völkerbund akut geworden ist, scheint nunmehr einer Regelung entgegenzugehen. Soeben hat eine japanische Handelsmission Palästina besucht. Wie verlautet, ist Japan zu einem Kompensationsvertrag bereit, wobei es sich als Gegenleistung zum Bezug bestimmter Quantitäten von Palästina-Orangen und von palästinensischem Kali verpflichten würde. Holz: Da der Markt gegenwärtig mit Ware reichlich versehen ist, hat trotz starken Umsatzes Bauholz gegenüber dem Vormonat durchschnittlich um 3 bis 4% nachgegeben. Somit notieren gegenwärtig, pro Kubikmeter loko, weiße Fichten- und Tannenbretter 2,650 bis 2,700 (Vormonat: 2,750 bis 2,800) £P, weiße Kiefernbretter 5,050 (5,250) £P, weiße Kiefernpfosten 4,600 (4,750) £P, Buchenbretter und Buchenpfosten 5 (5,250) £P. Der M ö b e 1 h o 1 z markt beruht nach wie vor auf der Preisbasis von durchschnittlich 12 £P pro Kubikmeter für Sperrholzfurniere, der sich die