Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1935)
- Article
- Wirtschaft. Von Dr. J. Adler, Tel-Aviv.
- Date
- 1935-05-01
- Page
- Seite 267 (sequence 5)
- Language
- German
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- Haifa 2× ep/1047930
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anderen Sorten anpassen; angesichts der lebhaften Gründungstätigkeit in der Möbelindustrie wächst die Nachfrage unausgesetzt. Flott verkaufen sich, der Saison entsprechend, Baumstützen (lange Stangen und Gabelstangen) bei Vormonatspreisen. Zement und Baukeramik: Die Produktionsverdopplung bei »Nescher« auf Grund der seit langem in Gang befindlichen Betriebserweiterungsarbeiten ist nunmehr endgültig im Mai zu erwarten. Da zugleich auch der direkte Import via Jaffa wieder einsetzen wird, der für Südpalästina den verteuernden Umweg über Haifa erspart, so sind in letzter Zeit die Z e m e n t-Importeure äußerst zurückhaltend gewesen. Infolgedessen haben sich die lokalen Vorräte augenblicklich äußerst verknappt, so daß sofort greifbare Ware für eiligen Bedarf bis zu 3,300 £P pro Tonne bezahlt wird, was natürlich bloß als Übergangserscheinung zu bewerten ist. Auf dem Baukeramik markt haben starke Konkurrenzvorstöße belgischer Kunststeinplatten eingesetzt, die durch die Belga-Entwertung zu bedeutender Preisunterbietung befähigt worden sind. Eisen: Die Wiederherstellung des direkten Imports über Jaffa hat bewirkt, daß kurz vorher nur wenig Ware hereingenommen wurde und infolgedessen zeitweilig ein gewisser Warenmangel eintrat, wobei jedoch dank der volkswirtschaftlich verantwortungsbewußten Leitung des Großimporteur-Kartells ungerechtfertigte lokale Preisaufschläge vermieden wurden. Vielmehr paßt sich das hiesige Preisniveau gemäß den internationalen Goldpfund-Syndikatssätzen weiterhin dem Sterling-Kurse an. Der Beiga-Sturz hat auf den palästinensischen Eisenmarkt keinen Einfluß ausgeübt, da die belgischen Werke auf die Goldpfund-Mindestpreise der internationalen Rohstahl- Exportgemeinschaft verpflichtet sind. Die Kreise, die sich der palästinensischen Industrieförderung widmen, sind darüber verstimmt, daß die Regierung den für die Gußrohrproduktion der Haifaer Kremener-Werke versprochenen Zollschutz bisher noch nicht durchgeführt hat. Nichteisen-Metallwaren: Bei international fester Tendenz und ständig steigender Palästina-Nachfrage entwickeln sich die Zufuhren von Halbfabrikaten aus Kupfer, Messing, Zink, Blei, Aluminium weiterhin äußerst lebhaft. Auf die für den Palästina-Markt sehr wichtigen belgischen Offerten hat die Belga-Entwertung keinen sehr großen Einfluß gehabt, da die belgischen Exporteure beschlossen haben, nur die Hälfte des Entwertungsbefrages ihren Kunden zugute kommen zu lassen. Im Armaturen- Import macht sich der Wettbewerb ungarischer Erzeugnisse, die überdies durch starke Exportsubventionen der dortigen Regierung unterstützt werden, sowie österreichischer und tschechoslowakischer Fabrikate immer flotter bemerkbar; ihre Konkurrenzfähigkeit ist dadurch gesichert worden, daß nunmehr dank der Donau—Levante-Linie der Haifaer »Atid«-Reederei direkte, reguläre Schiffsverbindung ohne Umladung von Jaffa und Haifa bis Wien besteht. Von der unablässigen Expansion der palästinensischen Metallindustrie zeugt neuerdings die Tatsache, daß die führende Badeofenfabrik, die »Nechushtan, Ltd.« (Jerusalem^—Haifa—Tel-Aviv), durch Generalversammlungsbeschluß vom 3. April ihr Aktienkapital von 20.000 auf 25.000 £P erhöht hat. Palästina-Gründungen im April 1935* Infolge der Häufung jüdischer, mohammedanischer und christlicher Feiertage, die den Geschäftsgang der Behörden wesentlich einschränkte, blieb im April 1935 die palästinensische Gründungstätigkeit, gemessen an der Zahl der in die amtlichen Register neu eingetragenen Firmen, gegenüber dem Vormonat um 13.8% zurück.