Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1935)
- Article
- Wirtschaft. Von Dr. J. Adler, Tel-Aviv.
- Date
- 1935-05-01
- Page
- Seite 265 (sequence 3)
- Language
- German
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- Haifa 2× ep/1047930
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außerhalb des Kontingents hereinkommt! — hat sich der G e t r e i d e-Markt rasch wieder beruhigt. Inlandsware ist aus der vorjährigen Ernte noch reichlich zur Hand; außerdem werden die neuen Ernteaussichten auf Grund der Regenzeit höchst günstig beurteilt. Die letzthin äußerst feste internationale Weizentendenz, die durch die relativ knappe Ernteschätzung Argentiniens verursacht wurde, hat daher den palästinensischen Markt nicht anzuregen vermocht. Auch Futtermittel liegen ziemlich still. Was Mehl betrifft, so hat das reichlich bemessene Einfuhrkontingent zur Anhäufung erheblicher Lagerbestände geführt, die sich nur sehr schleppend verkaufen. Im Augenblick fordern pro Tonne loko amerikanisches Weizenmehl bis 15J/£ (im Vormonat: 15) £P, australisches Weizenmehl bis 12 £P (unverändert) und Roggenmehl bis zu \5]/2 (16) £P. Kolonialwaren: Gemäß der internationalen Abschwächung hat Reis auch auf dem Palästinamarkte, besonders noch unter dem Drucke umfangreicher lokaler. Vorräte, sich nicht behaupten können. Ägyptischer Reis begnügt sich gegenwärtig, in der Qualität »Behrend glace«, mit 1,060 (im Vormonat: 1,100) £P pro Kantar ab Alexandrien, und in Holland geschälte Ware wird cif Jaffa/Haifa mit 12}^ (13) £P pro Tonne offeriert. Voraussichtlich wird Palästina binnen kurzem auf die Einfuhr von geschältem und poliertem Reis und von Reismehl überhaupt verzichten und sich mit dem Import von unbearbeitetem Reis begnügen können, da in Haifa der Aufbau einer Reismühle modernster Art vorbereitet wird, durch die »Palestine Rice Milling and Trading Company«, die ihren Betrieb bereits im kommenden Herbst zu eröffnen gedenkt. Der Zucker markt tendiert weiter matt; loko pro Tonne erzielt gemahlener Zucker nicht mehr als 16 (Vormonat: 16J4) £P und Würfelzucker unverändert bis zu 20 £P. Mehr denn je zuvor beherrscht ägyptischer Zucker den Markt, da er von der ägyptischen Eisenbahn bis Kantara kostenlos befördert wird und auf der Sinai— Palästina-Bahn Kantara—-Tel-Aviv nur 400 Mils Fracht pro Tonne zu tragen hat, während die auf dem Seewege via Haifa eintreffenden europäischen und holländischindischen Sendungen für den viel kürzeren Bahntransport Haifa—-Tel-Aviv reichlich das Doppelte zahlen müssen. In Tee nimmt bei ziemlich unverändertem Preisniveau der Umsatz saisongemäß weiter ab. Sehr ruhig liegt Kakao, aus jahreszeitlichen Gründen wie auch infolge international gedrückter Tendenz. Ebenso bleibt Kaffee matt und kann das bisherige Preisniveau nicht halten. Eier: Der Versuch einer Tel-Aviver Eiergroßfirma, durch Aufkauf der arabischen Inlandsproduktion und der verfügbaren Importware im Hinblick auf den Peßach-Festbedarf eine künstliche Hausse zu inszenieren, hat den Markt, der an sich ruhig tendiert, in starke Erregung versetzt. Die syrischen Eier, die pro Kiste (1440 Stück) loko regulär nicht mehr als 3,100 £P (im Vormonat kein Angebot!) fordern dürften, sind durch die spekulative Machination bis auf 3,400 £P emporgetrieben worden; die ägyptischen Eier, die loko pro Korb (720 Stück) mit 1,200 (Vormonat: 1,300) £P ausreichend bezahlt wären, sind .künstlich auf 1,350 £P verteuert; die arabischen Inlandseier, für die pro 100 Stück —,220 (Vormonat: —,225) £P reichlich genügen würden, sind nicht unter —,260 £P zu erhalten. Die öffentliche Meinung verlangt wirksames behördliches Einschreiten gegen derartigen Lebensmittelwucher. Die jüdischen genossenschaftlichen und privaten Hühnerfarmen haben der konsumentenfeindlichen Transaktion ihre Mitwirkung verweigert und begnügen sich für ihr erstklassiges Produkt mit dem der natürlichen Marktlage entsprechenden Preise, der pro 100 Stück bis zu —,350 (Vormonat: —,450) £P ausmacht. Türkische Wäre fällt gegenwärtig. Butter, Margarine, Käse: Während Butter auf dem Weltmarkte fest liegt, neigt sie in Palästina weiterhin zur Schwäche. Das Tel-Aviver Syndikat der