Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1935)
- Article
- Zur Frage der handwerklichen Hachscharah
- Date
- 1935-05-01
- Page
- Seite 250 (sequence 5)
- Language
- German
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durchgemacht hat, von der er aber wissen muß, daß es nur eine Teilhachscharah ist, so gibt es jetzt wenigstens gewisse Möglichkeiten im Lande, ihn weiter fortzubilden. Aber völlig sinnlos ist es, Menschen, die für Tätigkeiten der in Frage kommenden Art völlig ungeeignet sind, zur Verschleierung der Unlösbarkeit ihres persönlichen Existenz- Problems in eine angebliche Volllhachscharah hin einzuschicken, von der sie nichts haben und die ihnen allenfalls den Anspruch des Facharbeiters auf entsprechende Entlohnung und Beschäftigung suggeriert, ohne sie wirklich hiezu zu berechtigen. Dann ist es besser, diesen Menschen das Zertifikat als »Schwarzarbeiter« zu geben, als Ungelernte, die sie ja doch sind und die sie auch im Lande bleiben, wenn sie ein paar Monate lang draußen sogenannte Umschichtungskurse in Fächern mitgemacht haben, für die sie nicht geeignet sind und die noch dazu bei der nötigen persönlichen Eignung nicht in so kurzen Fristen erlernt werden können. Gewiß, Palästina ist nicht nur für Fachleute und für Menschen da, die sich für irgendwelche Berufszweige eignen, sondern für alle Juden. Aber das schließt nicht aus, daß man gewissen Menschen eine für sie sinnlose Ausbildungsart verweigert und verweigern muß. Es bleibt also zu fordern: 1. Niemand soll zur handwerklichen Hachscharah ohne eine von vornherein fest vereinbarte Probezeit von ein bis zwei Monaten gebracht werden. Nach Ablauf dieser Probezeit muß die Institution, die ihm zu der Hachscharah verhilft, das Recht haben, die Fortsetzung der Ausbildung zu verweigern, wenn sich der Betreffende als nicht geeignet erweist. 2. Es sollten weniger und besser ausgesuchte Leute länger ausgebildet werden, anstatt vieler und schlecht ausgesuchter auf kurze Zeit. Die Kurzausbildung bringt diese Menschen hier im Lande bestenfalls doch nur zur Einreihung in die dritte Klasse, in den »Sug gimmel«, der Fach- und Lohnkategorie, und die Menschen, die sich gerade mühsam in dieser untersten Stufe der Fachkategorien halten, verdienen darin weniger als als »Schwarzarbeiter«. Auch das ist eine Erscheinung, auf die mit größtem Nachdruck hingewiesen werden muß. Eine Hachscharah, die den Lernenden nicht mindestens zur Aufnahme in die zweite Klasse, den »Sug bet«, bringt, ist als solche sinnlos, wenn es sich nicht um ganz junge Menschen handelt, die dann eben hier den normalen Gang durch die Sugim durchzumachen noch die Zeit haben. Für ältere Menschen mit familiäre* Verpflichtung ist das meistens aussichtslos. 3. Die Ausbildung muß stärker als bisher den wirklichen Erfordernissen Palästinas angepaßt werden. Palästina hat heute auch in dieser Hinsicht bereits die Führung der Galuth, aber es wird dieser Tatsache sachlich zuwenig Rechnung getragen und zuviel im luftleeren Raum gearbeitet. Die Verbindung zwischen den Stellen, die außerhalb des Landes für die handwerkliche Hachscharah verantwortlich sind, mit den entsprechenden Stellen im Lande ist zwar enger geworden, aber immer noch nicht eng genug. Die Kenntnis des hiesigen Arbeitsmarktes allein genügt hiefür nicht. Man kann die Hachscharah nicht nur