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Palästina · 1935-05-01 · Heft 5 (Mai 1935) · p. Seite 249

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 5 (Mai 1935)
Article
Zur Frage der handwerklichen Hachscharah
Date
1935-05-01
Page
Seite 249 (sequence 4)
Language
German
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sich hieraus ergibt. Es gibt auch sehr viele Fälle, in denen die ganze 249 handwerkliche Hachscharah nur zu dem Zweck durchgemacht wird, um gegenüber dem zuständigen Palästina-Amt die Legitimation für die Zuteilung eines Zertifikates zu erhalten. Auch das muß einmal ausgesprochen werden, und es muß gleichzeitig darauf hingewiesen werden, daß dieses Verfahren für alle Teile, sowohl für das Volk als auch für den betreffenden Einwanderer gar nicht scharf genug als schädlich herausgestellt werden kann. Hieraus folgt, daß man außerhalb des Landes bei den zuständigen Stellen in der Auswahl der Menschen, die sich auf handwerkliche Hachscharah begeben, um so den Anspruch auf eine handwerkliche Tätigkeit hier im Lande zu erwerben, wesentlich vorsichtiger und härter werden muß. Es ist immer besser, die betreffende Institution nimmt das Odium auf sich, sie sei hart und kleinlich, als daß nach der Ausbildung es sich herausstellt, daß der Lernende hiefüf ungeeignet war oder daß seine Ausbildung nichts getaugt hat, sei es ihrer Art nach, sei es ihrem Grade nach. Denn dann beginnt erst die eigentliche Härte für den Betreffenden und ich kenne Menschen, die zu spät zu der Erkenntnis gelangt sind, es wäre doch besser gewesen, wenn man »damals« ihre Bemühungen um eine Umschichtung zurückgewiesen hätte, zu der weder die äußeren, noch die persönlichen Voraussetzungen vorlagen. Schließlich müssen die die Hachscharah leitenden Institutionen sich endlich einmal zu der Erkenntnis durchringen, daß sie nicht allmächtig sind. Und nur ein allmächtiges Wesen könnte aus einem Mann, der bis zu seinem vierzigsten Lebensjahr hinter dem Ladentisch gestanden oder auf dem Büroschemel gesessen hat, innerhalb von ein paar Monaten einen Tischler oder einen Schlosser machen. Es gibt eine leider sehr große Anzahl von Menschen, deren persönliches Existenzproblem durch kein Mittel unter den heutigen Verhältnissen gelöst werden kann. Von dieser Erkenntnis muß man ausgehen, wenn man Menschen für die handwerkliche Hachscharah aussucht. Diese ist nicht dazu da und darf um keinen Preis dazu dienen, um für solche Fälle auf kurze Zeit palliativ zu wirken, die überhaupt nicht zu lösen sind. Es ist höchste Zeit, daß man das erkennt. Sowohl die Verantwortung gegenüber dem Aufbauwerk in Palästina als auch die gegenüber dem Einzelnen muß diese Erkenntnis .zur Voraussetzung haben. Wenn man solche Fälle vor sich hat, so soll man sie als das behandeln, was sie sind, nämlich als hoffnungslos soziale Fälle und nicht als solche, die auf irgendeine konstruktive Weise bewältigt werden können. Damit muß man sich nun einmal abfinden, daß es solche Fälle gibt, und wie gesagt, leider sehr viele. Aber man soll keineswegs darin fortfahren, durch die scheinbare Bewältigung sozialer Fälle die Ausschöpfung wirklich konstruktiver Möglichkeiten zu erschweren. Wenn ein Mann als Ungelernter ins Land kommt, so kann er in den meisten Fällen bald als Schwarzarbeiter Arbeit finden und wenn es sich herausstellt, daß er die Fähigkeit dazu hat, noch Facharbeiter im Sinne des Wortes zu werden, so kann das auch hier im Lande noch möglich werden. Wenn jemand, der dazu geeignet ist, außerhalb des Landes eine Teil hachscharah

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