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Palästina · 1935-05-01 · Heft 5 (Mai 1935) · p. Seite 248

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 5 (Mai 1935)
Article
Zur Frage der handwerklichen Hachscharah
Date
1935-05-01
Page
Seite 248 (sequence 3)
Language
German
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Unglück, außerdem kommt sie aber auch auf eine fast hundertprozentige Verschwendung der Mittel hinaus, die für die ungenügende und unsachgemäße handwerkliche Hachscharah außerhalb des Landes aufgewendet werden, und schließlich ist sie in den meisten Fällen auch ein Unglück für den Lernenden selbst. Sie ist ein nationales Unglück, weil eine palästinensische Industrie und ein palästinensisches Gewerbe nur dann existieren werden können, wenn sie sich auf ausreichende Fachkenntnis von Arbeitnehmer und Arbeitgeber stützen, denn ohne diese wäre es nicht nur volkswirtschaftlich sinnlos, sie überhaupt aufzubauen, es wäre auch nationalpolitisch sinnlos. Denn wenn einmal eine, größere Anzahl von Existenzen aus diesem Grunde gescheitert ist — und es muß mit allem Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß wir heute bereits, mitten in der »Prosperity« Erscheinungen dieser Art in einem recht nennenswerten Umfange erleben —, dann schaffen wir hiemit ein Element, das der Jischuw wirtschaftlich kaum noch verdauen kann. Die wirtschaftliche Einordnung des Einwanderers ist aber die Voraussetzung für seine politische und kulturelle, für seine nationale Einordnung, die ohnehin oft schwer genug ist, und wenn wir diese Voraussetzung gefährden, so gefährden wir damit ganz zweifellos auch die nationalpolitische Homogenität und Geschlossenheit des Jischuw, die ja unbeschadet aller parteimäßigen Abweichungen nun einmal die Grundlage unserer ganzen hiesigen Existenz ist. Sie ist eine Verschwendung von Mitteln: Denn wenn der Lernende nicht so weit in seiner Hachscharah kommt, daß er schließlich die hiefür, sei es von ihm selbst, sei es von irgendwelchen Hilfsorganisationen aufgewendeten Mittel für sich, also auch für das Land dadurch zum Ertrag bringt, daß er die in der Hachscharah erworbenen Kenntnisse verwertet, dann sind diese Mittel einfach abzuschreiben und verloren. Das heißt, wir gelangen hier zu einer Vergeudung nationalen Kapitals in einem Umfange, den wir uns gerade in der jetzigen Situation unseres Volkes wahrlich nicht gestatten können. Am schlimmsten aber ist die Folge unzureichender Hachscharah für den Lernenden selbst. Es ist ganz klar, daß ein großer Teil dieser Lernenden bereits aus Menschen in solchen Altersklassen besteht, für die die Hachscharah auf handwerklichem Gebiet eine schwierige Umschichtung bedeutet. Viele Hoffnungen sind dem Lernenden bereits entttäuscht worden, ehe er sich dazu entschloß, nun noch einmal radikal von neuem anzufangen. Wenn aber dieser neue Anfang nun auch nicht zum Erfolge führt, wenn auch diese Hoffnung sich als trügerisch erweist, ist es dann verwunderlich, wenn diese Menschen nun an allem verzweifeln und für irgendeine produktive Tätigkeit überhaupt nicht mehr, oder doch nur mit unverhältnismäßig großen Schwierigkeiten zu gewinnen sind? Ich glaube, daß man diese Frage verneinen soll. Freilich müssen auch die Lernenden Selbstkritik genug dazu aufbringen, um volle innere Klarheit darüber zu haben, ob sie bereits etwas leisten oder nicht. An dieser Selbstkritik fehlt es vielfach, und insofern trifft auch den Lernenden sehr oft die Schuld an seinem Versagen hier im Lande und an seinem persönlichen Mißgeschick, das

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