Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1935-05-01 · Heft 5 (Mai 1935) · p. Seite 244

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 5 (Mai 1935)
Article
Die natürliche Bevölkerungsbewegung als Grundlage sozialbiologischer Betrachtung des Judenproblems in Palästina
Date
1935-05-01
Page
Seite 244 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2379786-2379926-2379932-2404428--20124-2404595
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

244 in ^er Tabelle VII aufgezeigte ungleiche Fortpflanzungstätigkeit nicht finden. Die Erklärung liegt vielmehr in der Ideologie, in der seelischen Einstellung zum Zionismus. — Der jüdische Arbeiter, der aufs Land strebte, wiewohl ihn dort schwere Lebensbedingungen erwarteten, und auf dem Lande geblieben ist — trotz fehlenden Theaters, Kinos und kleinbürgerlichen Geselligkeitsformen — war mit den zionistischen Zielen ganz anders verbunden als der in der Stadt verbliebene oder bald dorthin zurückgekehrte Arbeiter. Der landwirtschaftliche Arbeiter hat zum Teil auch neue Arbeits- und Lebensformen gefunden — landwirtschaftliche Kwuzoth, Moschawei Owdim — die ihm nicht nur den Kampf ums Dasein erleichtern, sondern darüber hinaus ermöglichen, Gesellschaftsidealen seiner Jugend treu zu bleiben. Das Handeln des städtischen Arbeiters und des bei einem Landwirt im Lohnverhältnis beschäftigten Arbeiters ist rein privatwirtschaftlich orientiert und vom sozialen Aufstiegswillen beherrscht, auch wenn im Reden und Diskutieren Volksideale einen großen Platz einnehmen. Lohn-, Klassen und Parteipolitik gewinnen die Oberhand, wenn sie auch mit nationalkulturellen — hebräische Sprache — und nationalpolitischen Bestrebungen — Avodah iwrith — innig vermengt sind. Es ist die Ideologie der II. Internationale, mit all ihren Konsequenzen und mit der faktischen Lostrennung der Fortpflanzungstätigkeit von völkischen Gedankengängen auch dort, wo diese mehr als genug betont werden. Daß soziale Lebensform und ideologische yerankerung für die Fortpflanzungsintensität von Bedeutung sind, ersieht man aus folgender Tabelle. Tabelle VIII. Kinderzahl pro Ehe unter den ländlichen gliedern der Krankenkasse am 31. Dezember 1926. a) Ländliche Um- Alter des verheiragebung von Telteten (plus verwit- Aviv, Schomron, Mitweten) Ehemannes 20—24 Jahre 25—29 Jahre 30—34 Jahre 35—39 Jahre 40—44 Jahre 45—49 Jahre Petach Tikwah (539 Ehen) 0.39 0.71 1.33 2.05 1.93 2.33 b) Ländliche Umgebung Haifas, Nahalal-Komplex, Nuris, Umgebung von Tiberias (809Ehen) 0.89 1.15 1.93 2.33 3.15 3.42 c) a + b (1348 Ehen) 0.66 , 1.00 1.71 2.22 2.72 2.94 Gruppe a) umfaßte zum Teil auf eigene Faust in der Landwirtschaft tätige, zum Teil in Lohngemeinschaften lebende Menschen und einen geringen Bruchteil von solchen, die in Arbeiter <- produktionsgemeinschaften mit eigener Wirtschaft untergebracht waren. Gruppe b) stellte die Hauptmasse der auf Nationalfondsboden landwirtschaftlich Tätigen, die entweder in Produktions- und Konsumtionsgemeinschaften ohne Besitztitel oder als Kleinbauern ohne

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.