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Palästina · 1935-05-01 · Heft 5 (Mai 1935) · p. Seite 245

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 5 (Mai 1935)
Article
Die natürliche Bevölkerungsbewegung als Grundlage sozialbiologischer Betrachtung des Judenproblems in Palästina
Date
1935-05-01
Page
Seite 245 (sequence 9)
Language
German
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Lohnarbeit wirtschaften. Es wurden alle in der Krankenkasse organi- 245 sierten verheirateten Personen erfaßt und alle lebenden Kinder gezählt. Das Urmaterial steht mir leider nicht mehr zur Verfügung. Ich kann daher nicht mehr berechnen, ob und wie sich die Kwuzah — wie Dagania, Ejn Charod, Tel Josef und Beth Alfa — von dem Kleinbauerndorf — wie Kfar Jecheskel, Nahalal, Tel Adasin usw. — hinsichtlich der Fortpflanzungsintensität unterschieden hat. An und für sich wäre diese Klarstellung sehr wichtig, weil die Rolle der Mutter in jeder der beiden Gruppen völlig verschieden ist. Auf der einen Seite Kinderaufzucht als Gemeinschaftssache — wie ich dies nicht einmal in Rußland gesehen habe — und die Mutter körperlich wenig belastend, auf der anderen Seite Kinderaufzucht in hohem Ausmaß als finanzielles Familienproblem und physische Belastung der Mutter. Leider ist die statistische Arbeit im Lande so wenig gepflegt, daß man sehr häufig über die Fragestellung nicht hinauskommt — obwohl die Antwort leicht zu haben wäre. — Lassen wir nun diese Detailfrage. In allen Altersklassen ist — wie aus der VIII. Tabelle zu ersehen — der b)-Komplex kinderreicher als der a)-Komplex. Die sub a) zusammengefaßten Ehen8 sind ebenso kinderarm wie die Ehen der städtischen Arbeiter, ja im 5. Lebensjahrzehnt9 sind sie noch kinderärmer (vgl. Tab. VIII mit VII). Ich habe in den letzten Tabellen das Alter des Ehemannes, nicht das der Ehefrau zur Einteilungsgrundlage und die Zahl der Ehemänner zur Berechnungsgrundlage gewählt. Dies hatte seinen Grund im strukturellen Aufbau der Kassenmitgliedschaft. In den Emek-Siedlungen und in den Kolonien am Jordan waren auch die Frauen eingeschriebene Mitglieder. Für diesen Teil der ländlichen, dem b)-Komplex der VIII. Tabelle angehörenden Ehen ist somit auch das Alter der Ehefrau bekannt gewesen. Die Berechnung der Kinderzahl nach dem Alter der Mutter ergibt für diese Ehen pro Frau im Alter von 20 bis 24 Jahre 1.2 Kinder, pro 25—29jährige Frau 1.4 Kinder, pro 30- bis 34jährige Frau 2.2 Kinder und pro 35—39jährige Frau 3.1 Kinder. Auch aus diesen Zahlen geht hervor, daß die jüngeren Frauen ihre Fortpflanzungsintensität auf ein niedrigeres Niveau einstellen, als es die älteren Frauen seinerzeit getan haben. Reichte die Kinderschar der 30—39jährigen Frauen dieser ländlichen Arbeitergruppe gerade noch zur Erhaltung des Bestandes aus, so ist es fraglich, ob dies auch auf die jüngeren Frauen zutreffen wird, wenn sie Ende 1936 nochmals befragt werden sollten. Hinsichtlich der anderen Arbeitergruppen liegt die Bilanz noch ungünstiger, die Tendenz zur Einschränkung der Kinderzahl ist dort viel intensiver; die Prognose ist nicht fraglich. Diese Bevölkerungsgruppe wird sich nicht aus eigenem ergänzen. (Schluß folgt.) 8 Ob in dieser Gruppe jemenitische Arbeiter zahlenmäßig eine Rolle spielten, weiß ich heute nicht mehr. 9 Die Zahl der Ehen dieser Altersgruppe im a)-Komplex war klein. (Im a)-Komplex 50, im b)-Komplex 80, in den Städten 262 Ehen.)

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