Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1935)
- Article
- Die natürliche Bevölkerungsbewegung als Grundlage sozialbiologischer Betrachtung des Judenproblems in Palästina
- Date
- 1935-05-01
- Page
- Seite 240 (sequence 4)
- Language
- German
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Die zum Vergleich herangezogenen ungünstigen Ziffern bei den deutschen Frauen und den tschechoslowakischen Juden erklären sich als Kriegsfolge. — Das palästinensische Judentum ist hinsichtlich des Heiratsalters und der Natalität kein einheitliches Volksgebilde. Orient und Okzident werden hier durch zwei nebeneinander lebende Judengruppen repräsentiert, die voneinander stärker abweichen als die Gesamtheit der palästinensischen Juden von den Arabern. Das kann zwar nicht direkt, aber indirekt gezeigt werden. Zwischen Tel-Aviv als dem Repräsentanten des europäischen, modernen, vor kurzem eingewanderten Judentums und den Juden Jerusalems — wo die orientalischen Juden stark vertreten sind — gibt es nämlich z. T. größere Unterschiede in den Verheiratetenquoten als zwischen Juden und Arabern. Tabelle IV. Von je 100 Alters- und Geschlechtsgenossen waren im Jahre 1931 nicht mehr ledig: 15-20 J. 20-25 J. 25-30 J. 30-35 J. a) Männer: Tel-Aviv........0% 16% 55% 85% Juden in Jerusalem .... 2% 32% 62% 87% b) Frauen: Tel-Aviv........ 6% 40% 74% 91% Juden in Jerusalem.....16% 59% 83% 93% Die Unterschiede, die wir zeigen wollen, kämen klarer als in Tabelle IV zum Vorschein, wenn wir die Aschkenasim als Einheit den orientalischen Juden als zweite Einheit gegenüberstellen könnten. Was für die Eheschließungen gilt, gilt auch für die Natalität. Die Geburtlichkeit der orientalischen Juden ist viel höher als 30°/00.und — wenn wir von den Sephardim absehen — nicht viel geringer als die der Araber. Dagegen ist die Natalität der Aschkenasim — trotz der ansehnlichen orthodoxen Gruppe — viel niedriger. Die offizielle Statistik läßt uns hier ganz im Stich. Wir müssen uns daher privater Forschungsquellen bedienen. Zunächst sei über die'Zeit um 1925/26 (polnische Welle) berichtet. Die Frauen, die in den Hadassaspitälern und im Emekspital der Arbeiterkrankenkasse niedergekommen sind, gaben mir die Berechnungsgrundlagen. Die Zahlen besagen nicht, wie groß die Kinderzahl im Bevölkerungsdurchschnitt in diesem oder jenem Alter ist — sondern wie viele Geburten die Gebärenden der betreffenden Altersgruppe im Durchschnitt hinter sich haben. Erstere Zahl ist stets kleiner als die letztere. Tabelle V. Jede jüdische Wöchnerin hatte im Durchschnitt geboren: ^yter 2508Aschkenasinnen 531 oriental. Jüdinnen Aschkenasinnen des der Hadassaspitäler aus dem Jahre 1925/26 Kassenspitales (1926) Bis 20 Jahre . . . . LI mal 1.95mal l.Omal 21—25 Jahre . . . L6mal 3.5mal 1.3mal 26—30 Jahre . . . 2.3mal 4.75mal IJmal 31 und mehr Jahre . 4.3mal 6.9mal 3.4mal Nach der V. Tabelle waren die aschkenasischen Frauen aus den landwirtschaftlichen Arbeiter- und Kleinbauernsiedlungen am kinderärmsten, die orientalischen Jüdinnen, die in städtischen Spitälern niedergekom-