Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1935)
- Article
- Die natürliche Bevölkerungsbewegung als Grundlage sozialbiologischer Betrachtung des Judenproblems in Palästina
- Date
- 1935-05-01
- Page
- Seite 239 (sequence 3)
- Language
- German
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körpers auch dann, wenn die Sterblichkeit nicht in allen Altersklassen besonders günstig ist. Die Mortalität der 50—60, 60—70 und über 70jährigen Juden ist in der Tat in Palästina sogar etwas ungünstiger, keineswegs günstiger als die der Araber, auch ungünstiger als die der Deutschen oder Engländer usw. Die niedrigen Sterbeziffern der palästinensischen Juden resultieren also aus der für ein Kulturvolk abnorm geringen Häufigkeit über 50jähriger und aus der günstigeren Mortalität der Kinder, Jugendlichen und der unter 50jährigen. — In den letzten 3 Jahren dürfte infolge der großen Einwanderung der Bruchteil 20—30jähriger noch größer, der Anteil der über 50jährigen dagegen kleiner geworden sein. Die große Anzahl 20—30jähriger bedingt häufige Eheschließungen und — da die ersten Ehejahre geburtenreicher sind — viele Geburten. In früheren Jahren hatte Tel-Aviv etwa 12%0 Eheschließungen im Jahresdurchschnitt. Diese Ziffer dürfte auch heute für die Gesamtheit der Juden Palästinas zutreffen. Das ist etwa zweimal so viel als bei den Juden Wiens und etwa zweieinhalbmal so viel als bei den Juden Berlins um das Jahr 1930. Wiewohl unter Immigranten und in Immigrationsländern die Unverheirateten gewöhnlich relativ zahlreicher sind als sonst, sind in Palästina die entsprechenden Ziffern bei den Juden nicht viel ungünstiger als bei den Mohammedanern 3 und günstiger als in der mitteleuropäischen Bevölkerung. Die Araber heiraten viel früher als die Juden — eine Folge der ungleichen sozialen und beruflichen Struktur. Um die Wende des III. zum IV. Lebensjahrzehnt gleichen sich die Unterschiede in der Verheiratetenquote bis auf geringe Reste aus. — Zahlen über die Verhältnisse in den verschiedenen Berufsgruppen gibt es nicht. Tabelle III. Von je 100 Alters- und Geschlechtsgenossen waren nicht mehr ledig: 15-20 J. 20-25 J. 25-30 J. 30-35 J. 35-40 J. 40-50 J. a) Männer: Juden Palästinas (1931) . . . . 1 23 56 85 93 96.5 Mohammedaner3 Palästinas (1931) 5 28 60 82 91 95.5 Gesamtbevölkerung in Deutschland (1925) . . . . Juden in Preußen5 (1925) . . . — 11 55 81 89 93 — 5 33 59 75 86 b) Frauen: Jüdinnen Palästinas (1931) . . 12 52 80.5 92 96 98 Mohammedanerinnen Palästinas (1931) ...... 34 78 93 96.5 98 98 Gesamtbevölkerung in Deutschland (1925) . . . . Jüdinnen in Preußen5 (1925) . . 1 25 63 78 85 89 1 24 58 73 79 84 c) Juden in der C. S. R. (1921)« Juden in Preußen (1925)5 . . 0.5 13 41 69 85 93.5 0.6 14 46 66 77 85 3 Hier repräsentieren die Mohammedaner das arabische Volk. Über den christlichen Bevölkerungsteil der Araber gibt es keine Zahlen; die diesbezüglichen Zahlen der palästinensischen Statistik entstellen die Verhältnisse (wegen des Zölibats bei den vielen Priestern und Klosterfrauen, die nicht zum arabischen Volk gehören). 4 Nach R u p p i n, Soziologie der Juden, Bd. I, Jahr 1930. 5 Nach S i 1 b e r g 1 e i t, Bevölkerung s- und Berufs Verhältnisse der Juden im Deutschen Reich (1930) berechnet.