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Palästina · 1935-05-01 · Heft 5 (Mai 1935) · p. Seite 235

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 5 (Mai 1935)
Article
Zur Frage der Wirtschaftsplanung in Palästina
Date
1935-05-01
Page
Seite 235 (sequence 9)
Language
German
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Noch eine Bemerkung zur derzeitigen Baukonjunktur. Man hört oft, der Häuserbau sei unproduktiv, weil dadurch keine »Werte« geschaffen würden, wie etwa durch die Fabrikation von Hüten. Wir können einen Unterschied in dieser Beziehung nicht anerkennen. Der Hauswirt bietet dem zahlungsfähigen Verbraucher ein Dach über dem Kopf an, der Mützenfabrikant eine Kopfbedeckung. Nur daß es sich im ersten Fall um eine Dienstleistung — Mietgenuß —, im zweiten Fall um ein greifbares Gut: Mütze handelt. Die Ungreifbarkeit und rein zeitliche Existenz hat der Mietgenuß mit allen anderen Diensten, z. B. Sprachunterricht, gemeinsam, sie alle erschöpfen sich im Ablauf der Stunde, bzw. des Monats oder des Jahres. Aber deshalb sind sie ebenso produktiv, wie materielle Güter. Das Mißtrauen gegen den Wohnungsbau ist aber deshalb nicht unberechtigt, weil es falsch begründet wird. Der richtige Grund ist wiederum die verhältnismäßige Langlebigkeit des Wohnhauses. Wer heute ein Miethaus baut, riskiert, daß vor Ablauf der Abschreibungszeit die Nachfrage nach Wohnungen so stark sinkt, daß ein Teil des investierten Kapitals verloren geht. Fassen wir die Folgerungen aus diesem Abschnitt noch einmal kurz zusammen: Die für die Neueinwanderung notwendige Schaffung von Arbeitsplätzen erfordert eine entsprechende Industrialisierung des Leindes. Die anzusetzenden Industrien sollen — neben der selbstverständlichen Forderung, daß gesamtwirtschaftlich gerechtfertigter Bedarf für ihre Erzeugnisse besteht, zwecks Minderung der Konjunkturempfindlichkeit nach Möglichkeit das Postulat geringer Maschinenintensität erfüllen; das deckt sich im großen und ganzen mit der Forderung, daß in erster Linie nicht Produktionsmittel, sondern Konsumgüter erzeugende Industrien anzusetzen sind. Z. B. ist die Deckung des Betonbedarfs aus inländischen Betrieben nur insoweit anzustreben, wie es sich nicht um einmaligen Neuinvestitionsbedarf handelt. — Der Bau von Wohnhäusern hat mit Produktionsstätten hoher Maschinenintensität das Risiko gemeinsam, das sich aus der wirtschaftlichen Langlebigkeit der Anlagen bei unsicherer Nachfrage nach den Produkten für die Volkswirtschaft ergibt. Deshalb, und nicht wegen der vermeintlichen Unproduktivität, ist beim Wohnungsbau Vorsicht geboten. V. Die zahlreichen Gründe politischer, soziologischer, sozialer, psychologischer Art, die dafür sprechen, nach Möglichkeit nicht die Industrialisierung, sondern die Agrarisierung der Juden in Palästina zu fördern, brauchen wir hier nicht nochmals darzulegen. Wir begnügen uns damit, einige Gesichtspunkte zu erörtern, unter denen die landwirtschaftliche Planung zu stehen hätte. Veranlaßt durch die gute Aufnahme der Jaffa-Frucht auf dem Weltmarkt und die daraus folgende hohe Rentabilität der Zitrus-Erzeugung hat sich Palästina dieser Kultur in starkem Maße zugewandt. Man kann beinahe von einem Qualitätsmonopol sprechen, das bisher der Verengung des Weltmarktes erfolgreich widerstanden hat. Trotzdem sehen die besten Fachleute der Zukunft mit Sorge entgegen, da der Ernteanfall progressiv wachsen wird, je mehr junge Pardessim fruchttragend werden. Man fordert Verbot aller Neupflanzungen. Brauchen

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