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Palästina · 1935-05-01 · Heft 5 (Mai 1935) · p. Seite 232

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 5 (Mai 1935)
Article
Zur Frage der Wirtschaftsplanung in Palästina
Date
1935-05-01
Page
Seite 232 (sequence 6)
Language
German
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immer knapper werden muß, auch wenn wir nicht um ihn mit dem arabischen Bevölkerungsteil mit seiner starken natürlichen Vermehrung konkurrieren müßten. Eine große Menge Menschen je Flächeneinheit kann nur bei einem gewissen Grad der Industriealisierung der Produktion erhalten werden, wobei »Industrialisierung« die stärkere Verwendung von- Realkapital, vor allem von Maschinen, gegenüber Boden und Arbeit bedeutet Mechanisierung heißt Spezialisierung, also Arbeitsteilung. Der Grad der Arbeitsteilung einer Volkswirtschaft ist aber für ihre Krisenanfälligkeit kennzeichnend. Das Hauptsymptom der Wirtschaftskrise ist die Erwerbslosigkeit breiter Massen, erwachsend aus Verstopfung der Absatzwege, Gewinn- und Einkommensschwund und Produktionsschrumpfung und sich so selbst in verderblichem Kreislauf verschärfend. In einer nicht arbeitsteiligen, d. h. marktlosen, aus selbstversorgerischen Eigenwirtschaften bestehenden Gesellschaft kann eine »Krise« in diesem Sinne schlechterdings nicht entstehen. Wohl mag hier etwa eine Naturkatastrophe das Realeinkommen vielleicht bis zur Hungersnot kürzen, aber dadurch wird der Einzelne nicht arbeitslos, sondern der Arbeitsbedarf wird sogar vergrößert! Die Arbeitsteilung ist zwar ergiebiger, aber sie ist dafür mit dem Risiko periodischer Erwerbslosigkeit belastet; ° bei nicht arbeitsteiliger Wirtschaft ist der Ertrag geringer, aber der Einzelne wird nicht so leicht wirtschaftlich entwurzelt. In der industrialisierten Volkswirtschaft ist die Krisenanfälligkeit um so größer, je weniger der Unternehmer* imstande ist, bei Gewinnschrumpfung sein Realkapital zu liquidieren und sich einer rentableren. Tätigkeit zuzuwenden. Der Hauptgrund für diese Schwerbeweglichkeit liegt in der wirtschaftlichen Lebensdauer der spezialisierten Produktionsmittel. Kauft sich z. B. ein Schuhfabrikant Schuhmaschinen zu einem Preis, auf dessen Tilgung er auf Grund eines gewissen Großhandelspreises für Schuhe innerhalb von zehn Jahren rechnet und sinkt der Schuhpreis vor Beendigung der Tilgungszeit unter diese Grenze, so kann der Fabrikant sich nur unter Preisgabe der rückständigen Tilgungsquoten aus der Produktion zurückziehen. Dies wird er nicht tun. Er wird weiterproduzieren, solange der Produktpreis ihm über die laufenden oder »proportionalen« Kosten, wie Löhne, Leder, Kohle, hinaus auch nur einen Teil der Abschreibungsquote, der »fixen« Kosten, deckt. (Zu den fixen Kosten gehören auch noch andere Ausgaben, wie gewisse Steuern; das dürfen wir hier vernachlässigen.) Diese Verlustproduktion ruiniert alle die Konkurrenten, bei denen der Anteil der proportionalen Kosten an den Gesamtkosten größer ist, d. h. die weniger Maschinen verwenden, vor allem also das Handwerk. Somit sind in einer Volkswirtschaft mit durchschnittlich hoher »Maschinenintensität« der Produktion die Krisen schärfer und weitreichender als in einer weniger arbeitsteiligen. Die Maschinenintensität hat noch eine andere Schattenseite. Nehmen wir als Beispiel ein Wasserkraftwerk. Bei seiner Errichtung, wozu auch die Herstellung der Turbinen in der Maschinenfabrik gehört, finden zahlreiche Arbeiter Verdienst. Ist das Kraftwerk aber einmal fertig, so bedarf es zu seiner Bedienung und Instandhaltung nur noch

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