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Palästina · 1935-05-01 · Heft 5 (Mai 1935) · p. Seite 231

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 5 (Mai 1935)
Article
Zur Frage der Wirtschaftsplanung in Palästina
Date
1935-05-01
Page
Seite 231 (sequence 5)
Language
German
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betreibt. Es fragt sich, ob die ausfuhrinteressierten Kreise in Palästina dazu fähig sind, vor allem aber auch, ob sie richtig daran täten. Die Wirtschaftsgeschichte nach dem Krieg ist voll von Moratorien der Schuldnerländer, sie zeigt, wie gefährlich es heute ist, Gläubigernation zu sein. Übrigens wäre gesamtwirtschaftlich betrachtet Kapitalausfuhr nur dann gerechtfertigt, wenn durch die Investition der betreffenden Kapitalien im Inland weniger Menschen Erwerb fänden, als in den durch die Kapitalausfuhr beschäftigten Ausfuhrgewerben, praktisch gesprochen, in den Pardessim, eine Annahme, die der beweisen müßte, der sich zu ihr bekennt! Wenn weder Kapitaleinfuhr, noch Kapitalausfuhr stattfindet — und das ist der wirtschaftliche Normalzustand —, bedeutet Drosselung der Einfuhr auch Drosselung der Ausfuhr. Mit anderen Worten: wenn wir italienische Hüte kaufen, oder nach Frankreich zur Erholung reisen (diese »unsichtbare« Einfuhr steht der Wareneinfuhr natürlich gleich), so ermöglichen wir damit entsprechende Zitrus-Exporte oder Palästina-Reisen von Ausländern (»unsichtbare« Ausfuhr). Heißt das, daß die Parole »Tozeret Haaretz« wirtschaftlich sinnlos ist? Durchaus nicht! Die Feststellung, daß eingeführt werden muß, besagt noch nichts darüber, was eingeführt werden soll. Nun wendet sich dieses Schlagwort ja an die breiten Massen, die im allgemeinen nicht Produktionsmittel, sondern Verbrauchsgüter kaufen. Es tendiert also dahin, die Einfuhr von Verbrauchsgütern zu hemmen. Damit schafft es einerseits Raum für entsprechende Mehreinfuhr von Produktionsmitteln und fördert anderseits die Erzeugung von Konsumgütern im Inland. Beide Wirkungen halten wir für erwünscht. Warum wir die Industrialisierung des Landes in Richtung auf die Verbrauchsgüterproduktion der Produktionsmittelerzeugung gegenüber vorziehen, werden wir unten darlegen (Abschnitt IV). Über die Wirkungen des Gefühlsprotektionismus hinaus — die durch entsprechende Propaganda sicher noch gesteigert werden könnten — müßte die Planstelle versuchen, die Zusammensetzung der Einfuhr nach Arten wie nach Herkunftsländern planmäßig zu lenken, sei es durch Beratung der Importeure, sei es durch das stärkere Mittel, daß die Kreditbanken veranlaßt werden, auf die Importeure, soweit sie ihre Kunden sind, einen entsprechenden Druck auszuüben. Der Art nach wäre die Einfuhr der Produktionsmittel zu fördern, die zum Auf- und Ausbau der im Lande erwünschten Verbrauchsgüterindustrien nötig sind. Welche das sind, wird man aus der Einfuhrstatistik und der Entwicklung der Bevölkerung und ihrer Bedürfnisse zu entnehmen haben. — Der Herkunft nach sind die Erzeugnisse solcher Länder nach Möglichkeit zu bevorzugen, die Abnehmer unserer Ausfuhren sind. Dadurch würde das Zwangs-Clearings-System auf »kaltem Wege« wenigstens zum Teil ersetzt werden können. IV. Der Aufbau der Binnenwirtschaft Palästinas hat als oberstes Ziel anzustreben: für eine durch Einwanderung wie durch Vermehrung wachsende jüdische Bevölkerung Erwerbsmöglichkeiten, Arbeitsstellen zu schaffen. Diese Aufgabe ist dadurch erschwert, daß der Boden

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